Wissen : Ärger um Bundeshilfe

FDP-Chef: Rettung der Lübecker Medizin war klar

Mit Interview-Äußerungen zum Tauziehen um den inzwischen mit Bundesgeldern geretteten Medizinstandort Lübeck hat FDP-Landtagsfraktionschef Wolfgang Kubicki scharfe Kritik ausgelöst. Von Zynismus sprach die SPD, von unfassbaren Äußerungen die Grünen, von einer „Sauerei“ der SSW. Kubicki hatte den „Lübecker Nachrichten“ gesagt, dass für ihn die Uni Lübeck nie auf der Kippe stand. Er habe gewusst, dass der Bund bereit sei, „uns diesen Kostenblock abzunehmen“. Diese inoffizielle Zusage vom Dezember habe in der Haushaltsplanung aber nicht veranschlagt werden können.

Die Ankündigung der schwarz-gelben Koalition, aus Sparzwang das Medizinstudium in Lübeck zu schließen, hatte Ende Mai vehemente Proteste ausgelöst. Die Opposition warf Kubicki vor, mit den Ängsten der Menschen zu spielen. Dem Lübecker Uni-Präsidenten Peter Dominiak hatte Kubicki nach seiner Darstellung gesagt: „Vertrauen Sie mir! (Ministerpräsident) Peter Harry Carstensen und ich bekommen das hin. Aber lassen auch Sie nicht mit den Demonstrationen nach. Das hilft uns in Berlin.“ Mit Hilfe des Bundes kann das Medizinstudium mittlerweile bestehen bleiben.

Grünen-Fraktionschef Robert Habeck nannte Kubickis Äußerungen unfassbar und dreist. „Er soll sich selbst verarschen, aber aufhören, die Bevölkerung im Land für dumm zu verkaufen.“ Die Koalition spiele mit den Ängsten der Menschen. „Ich halte das alles für erfunden und erlogen“, sagte Habeck. dpa

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