AhA : Warum flackern Leuchtstoffröhren?

Die Lampen gehen ständig an und aus - 50 Mal pro Sekunde. Mit speziellen Vorschaltgeräten lässt sich das Flimmern jedoch verhindern.

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Wie man sich elektrisch auflädt, wird in der Schule gerne mit dem Katzenfell demonstriert. Reibt der Lehrer das Fell an der Kunststoffjacke eines Schülers und sind beide gegenüber dem Fußboden gut isoliert, tauschen sie Elektronen aus. Dann kommt die Entladung: Im abgedunkelten Raum reicht der Lehrer dem Schüler das Ende einer Neonröhre. Bei der ersten Berührung leuchtet die Lampe auf.

Die Erleuchtung ist nicht von Dauer. Nur eine ans Stromnetz angeschlossene Neonröhre sendet immerzu Licht aus. Sie wird mit einem Wechselstrom versorgt, der seine Richtung 50 Mal pro Sekunde ändert. Dementsprechend werden Elektronen im Innern der Lampe mal in die eine, dann in die andere Richtung beschleunigt. „Zwischendrin geht die Lampe immer wieder kurz aus“, sagt Thomas Jüstel von der Fachhochschule Münster. „Dieses 50-Hertz-Flimmern sieht man, so wie bei einem alten Fernseher."

Was unsere Wohnung erhellt, sind allerdings gar keine Neonröhren. Man nennt Gasentladungslampen zwar noch so, weil sie früher oft mit Neon gefüllt waren. „Aber in heutigen Neonröhren ist, abgesehen von Reklamelampen, kein Neon mehr drin, sondern preiswerteres Argon oder leicht verdampfbares Quecksilber“, sagt der Experte für Leuchtstoffe und Lichttechnik.

Gase sind normalerweise gute Isolatoren. Das ändert sich beim Zünden mithilfe eines Starters. „Bei steigender Spannung gibt es, ähnlich wie beim Blitz, irgendwann einen Durchbruch und das Gas wird leitfähig.“ Der Starter reguliert den nun fließenden Strom. Wenn die Elektronen mit den Gasteilchen zusammenstoßen, regen sie diese zur Aussendung von Licht an. Das ist aber nicht sichtbar, weil es sich um UV-Strahlung handelt. Gasentladungslampen sind jedoch von innen mit einem Leuchtstoff beschichtet, der die UV-Strahlung absorbiert und in Licht der gewünschten Farbe umwandelt.

Ihr Flimmern lässt sich mit elektronischen Vorschaltgeräten verhindern, die die Frequenz heraufsetzen. Wenn die Lampe dagegen richtig zu flackern anfängt, liegt das oft an einem defekten Starter. Er löst nur noch eine Serie erfolgloser Zündversuche aus. Den kleinen Zylinder kann man in der Regel problemlos austauschen.

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