AhA : Warum galt die Titanic als unsinkbar?

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Die Costa Concordia liegt immer noch auf Grund. 65 Grad Schräglage, ein unheimlicher Anblick! Er erinnert an den Untergang der ähnlich großen Titanic vor 100 Jahren. Noch kurz zuvor galt das 270 Meter lange Schiff als unsinkbar.

Die Schwimmfähigkeit eines Körpers hängt von seiner Dichte ab. Ein Zehn-Liter-Eimer Wasser wiegt zehn Kilogramm, ein Fichtenholzklotz desselben Volumens nur halb so viel. Taucht man das Holz unter, verdrängt es zehn Liter Wasser. Eine Auftriebskraft von zehn Kilo drückt es nach oben, sie ist größer als die Gewichtskraft. Das Holz schwimmt. Eisen ist zwar acht Mal dichter als Wasser. Doch Schiffskörper haben nur eine dünne Außenhaut und sind hohl. Sie schwimmen, weil ihre mittlere Dichte, inklusive Treibstoff und Passagieren, geringer ist als die des Wassers.

Die Titanic war in 16 Kammern unterteilt, die durch wasserdichte Schotten separiert werden konnten. „So wurde ein Volllaufen des gesamten Schiffs etwa bei einer Kollision vermieden“, sagt der Physiker Metin Tolan von der TU Dortmund. Bei der Flutung von zwei oder drei Abteilungen wäre sie nicht in Gefahr geraten. „Selbst eine Flutung aller fünf vorderen Abteilungen hätte die Titanic wahrscheinlich überstanden.“ Doch ein Unfall dieser Größenordnung war kaum vorstellbar.

Bis zum 14. April 1912, als das Schiff einen Eisberg rammte. Eis ist nicht so hart wie Fels, doch der Druck auf den Rumpf war enorm. In einer Folge von Kollisionen rissen Nietverbindungen auf einer Länge von 30 Metern auf, schildert Tolan in seinem packenden und lehrreichen Buch „Titanic“ (Piper-Verlag, 208 S., 17 Euro 99). Da sechs Kammern mit Wasser vollliefen, sank das Schiff binnen Stunden. Mehr als 1500 Menschen kamen ums Leben. Thomas de Padova

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