AhA : Warum haben Kometen einen Schweif?

Thomas de Padova

Die „Anbetung der Heiligen Drei Könige“ gehört zu jenen wunderbaren Fresken, mit denen der Maler Giotto die Scrovegni-Kapelle in Padua in den Jahren 1304 bis 1306 schmückte. In diesem Bild weist ein heller Schweifstern den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg nach Bethlehem. Vermutlich stellte Giotto hier den Halleyschen Kometen dar, den er kurz zuvor mit eigenen Augen gesehen hatte. Der Komet kehrt alle 76 Jahre zurück. Seit dem Jahr 240 vor Christus ist jede Wiederkehr von ihm dokumentiert worden.

Kometen laufen auf weiten Bahnen um die Sonne. Hale-Bopp zum Beispiel, der sich 1997 der Sonne näherte und ein beeindruckendes Gastspiel gab, wird erst in gut 2500 Jahren seinen nächsten Auftritt haben. Die meiste Zeit halten sie sich in den kalten Außenregionen des Planetensystems auf, wo sie nicht zu sehen sind.

„Kometen bestehen vor allem Wassereis und Staub“, sagt Paul Hartogh vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau. Daher werden sie als „schmutzige Schneebälle“ bezeichnet. „Nähert sich ein Komet der Sonne, fängt er an auszugasen.“ Der Kometenkern erwärmt sich, das Eis beginnt zu verdampfen. Aus Spalten und Rissen in seiner Oberfläche schießen Gase wie aus Geysiren heraus und reißen Staubpartikel mit sich. Sowohl die Gase als auch der Staub sammeln sich in einer Hülle um den Kometen. Aus ihnen bildet sich nach und nach der Schweif.

Die Staubkörnchen sind winzig. Schon der geringe Druck, den das Sonnenlicht auf sie ausübt, genügt, um sie vom Kometen wegzublasen. Im Staubschweif reflektieren die mikroskopischen Partikel das Sonnenlicht.

Der feine Gasschweif kann besonders lang werden – 100 Millionen Kilometer und mehr. Sein Ursprung ist mit dem UV-Licht der Sonne verknüpft: Die energiereiche Strahlung kann Elektronen aus den in kleine Einheiten aufgespaltenen Gasmolekülen herausschlagen. So entsteht ein Plasma. Dieses wird vom Sonnenwind, einer Teilchenstrahlung, fortgetragen und leuchtet wie das Gas in einer Neonröhre, um trotz Weihnachten ein modernes Bild zu gebrauchen. Thomas de Padova

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