AhA : Warum hält der Schneeball zusammen?

Wieso ein Schneeball nicht auseinander fällt, kurz erklärt.

Thomas de Padova

Sobald Schneeflocken auf dem Boden gelandet sind, beginnen sie, sich zu verändern. Die Umwandlung geht recht schnell vor sich. Vor allem die filigranen Verästelungen der Eiskristalle verschwinden. An ihren Enden verdunstet das Wasser, das in kälteren Bereichen der Schneedecke – in der Regel näher an der Oberfläche – wieder auskristallisiert. Dabei verdichtet sich der Schnee, je nach Temperaturverhältnissen bilden sich eher runde oder kantige Kristallformen. „Schon nach einer Woche sind die ursprünglichen Strukturen der Schneeflocken fast vollständig verschwunden“, sagt Martin Heggli vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos.

Wer versucht, einen Schneeball zusammenzupressen oder einen Schneemann zu bauen, stellt rasch fest: Schnee ist nicht gleich Schnee. So eignen sich die sperrigen Eiskristalle von Neu- und Pulverschnee nicht so gut für Schneebälle wie runde Eiskristalle.

Dass sich die Kristalle überhaupt miteinander verbinden, wenn man sie zusammendrückt, hängt mit den Wassermolekülen an ihrer Oberfläche zusammen. Anders als im Innern eines Eiskristalls, wo jedes Molekül fest in die Kristallordnung eingebunden ist, können Moleküle auf der Oberfläche ihre Gitterplätze verlassen. „Sie bilden dort auch bei Minustemperaturen eine dünne, quasiflüssige Schicht“, erläutert der Schneeexperte. „Je höher die Temperatur ist, umso dicker wird diese Schicht.“

Diese mobilen Wassermoleküle sind der Klebstoff des Schneeballs. Sie wandern zu den Kontaktstellen zwischen den Eiskristallen und halten sie zusammen. Mit der eigenen Körperwärme lässt sich übrigens ein bisschen nachhelfen. Wer die Handschuhe auszieht und den Schnee in seinen warmen Händen zusammenpresst, bekommt die besseren Kugeln. 

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