AhA : Warum ist Birkenrinde weiß?

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Die Birke hat eine weiße Borke, die den Eindruck einer zarten Haut erweckt. Ihretwegen fällt die Birke im Winter, wenn sie kein Laub trägt, unter ihren dunklen Nachbarn auf. Im Winter werden die Stämme mancher Obstbäume gekalkt. Dasselbe widerfährt gelegentlich jungen Straßenbäumen. „Man streicht sie weiß an, um zu verhindern, dass sie sich zu sehr aufheizen“, sagt Siegfried Fink, Forstbotaniker an der Uni Freiburg.

Wenn es draußen kalt ist, die Sonne tief steht und direkt auf die Stämme scheint, sind die Bäume besonders gefährdet. Schon bei etwa minus zwei Grad gefriert das Wasser im Holz. Wenn das Eis im Tageslicht auftaut, nachts wieder gefriert und anderntags erneut auftaut, reißen Holz und Rinde und schädliche Organismen wie Pilze können leichter eindringen. Die weiße Oberfläche schirmt das Sonnenlicht ab. Ganz wie in südlichen Ländern, wo die Häuser gekalkt werden, um die Sonnenstrahlung zurückwerfen.

Birken sind dem Licht der Sonne besonders ausgesetzt. Als Pionierbäume tauchen sie nach einem Kahlschlag als Erste auf. Birken gehörten auch zu den ersten Bäumen, die das Land nach dem Rückzug der eiszeitlichen Gletscher eroberten.

„Ihre Samen sind leicht und fliegen weit, sie wachsen in der Jugend sehr schnell“, erläutert der Forstwissenschaftler Fink. Man findet sie oft an Lichtungen oder am Waldrand. Würde ein Wald hierzulande sich selbst überlassen, würden die Birken irgendwann durch schattenverträgliche Bäume wie Buchen verdrängt.

Ihre weiße Rinde, die sich manchmal in Ringeln ablöst, erhält die Birke (lateinisch: Betula) durch das Betulin. Dieser Stoff macht einen großen Prozentsatz des Korks aus. Betulin ist nicht bloß ein natürlicher Sonnenschutz, sondern hat eine antibakterielle Wirkung. Es schützt den Baum vor Fraßfeinden und vor dem Befall mit Bakterien und Pilzen. Thomas de Padova

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