AhA : Warum ist es leichter, rückwärts einzuparken?

Beim Rückwärtseinparken braucht man für das Rangieren weniger Platz. Das liegt an der Lenkgeometrie.

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Um es gleich vorweg zu sagen: Meine Frau kann besser einparken als ich. Während ich mich in Lücken hineinwurschtle, sucht sie den optimalen Einfahrtswinkel. Ihr Erfolg hat mich auf die Lenkgeometrie aufmerksam gemacht. Wunderbar etwa, mit dem Fahrrad im Slalom durch frischen Schnee zu fahren. Man stellt fest: Macht das Vorderrad einen weiten Bogen, so ist der hintere kleiner. Für eine Vorderradlenkung ist das nicht untypisch. Da das Hinterrad einen festen Abstand zum Vorderrad hat, beschreibt es, wenn das Vorderrad in eine Kurve einbiegt, einen engeren Kreis.

„Auch beim Pkw ist die Lenkung vorne“, sagt Frank Diermeyer vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der Technischen Universität München. „Der Mittelpunkt der Kreisbewegung liegt daher auf Höhe der Hinterachse.“ Beim Einparken können wir uns das zunutze machen.

Vergleichsweise leicht ist es im Parkhaus. Dort stehen die Fahrzeuge nebeneinander, senkrecht zur Fahrbahn. Das eigene Auto rollt also am Ende ganz gerade in die Parklücke hinein. Zuvor beschreibt es einen Viertelkreis.

Der Mittelpunkt dieses Viertelkreises liegt auf Höhe der Hinterachse. Daher brauche ich für das Rangieren weniger Platz, wenn ich rückwärts einparke. „Als Überstand habe ich nur den Abstand zwischen Hinterachse und hinterer Stoßstange“, erläutert Diermeyer. Vorwärts dagegen muss man weiter ausholen. Zusätzlich zum Radius des Wendekreises ist hier noch der Abstand zwischen Hinterachse und vorderer Stoßstange zu berücksichtigen. Thomas de Padova

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