AhA : Warum ist es nach Mittag heller als vor Mittag?

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Die Umstellung auf Sommerzeit hat eine angenehme Seite: Abends bleibt’s länger hell. Im Herbst werden die Uhren zurückgestellt. Auch dann bleibt eine Asymmetrie zwischen der Helligkeit am Vormittag und am Nachmittag erhalten. Halbehalbe – die Rechnung geht nicht auf.

Das war einmal anders. Als noch die „Berliner Zeit“ maßgebend war, war Mittag dann, wenn die Sonne am höchsten stand. Lokale Zeiten brachten jedoch die Fahrpläne der Eisenbahn durcheinander. Die Berliner Ortszeit unterscheidet sich etwa von der Münchner um mehr als sechs Minuten. Ende des 19. Jahrhunderts einigte man sich auf die Einführung von 24 Zeitzonen rund um den Globus.

Als Berliner weiß man, was eine Zonengrenze ist: Hier Osten, da Westen, hier geht die Sonne früher auf, da später. „Die Zeitzonen haben im Mittel eine Breite von 15 Längengraden“, sagt Stefan Weyers von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. „Denn der 24ste Teil des Vollkreises von 360 Grad ergibt genau 15 Grad, so dass entsprechende Zeitzonen je eine Stunde auseinander liegen.“

In ganz Mitteleuropa gilt allerdings eine einheitliche Zeit. Die maßgebende Zeitzone bezieht sich, von Greenwich aus gezählt, auf den 15. Längengrad. „Nur für die Orte, die exakt auf dem 15. Längengrad liegen, steht die Sonne im Winter tatsächlich um 12 Uhr mittags am höchsten“, sagt Weyers. Diese Mittagslinie führt über Bornholm bis nach Catania in Sizilien. Sie streift Deutschland gerade noch: in Görlitz. Hier sind die Helligkeitsspannen am Vormittag und Nachmittag im Winter im Mittel gleich lang. Berlin liegt durchschnittlich sechs Minuten zurück, Aachen 36 Minuten. Je weiter man nach Westen kommt, umso länger bleibt es nachmittags hell. Thomas de Padova

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