AhA : Warum kann hohes Fieber tödlich sein?

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Wer Fieber hat, dem werden oft Wadenwickel empfohlen. Damit soll die Temperatur wieder gesenkt werden, denn Fieber gilt als ungesund und schädlich. Dabei ist es in der Regel nicht Ursache einer Erkrankung, sondern die Antwort des Körpers darauf: Es beschleunigt den Stoffwechsel und kurbelt die Immunabwehr an. Bestimmte Bakterien kommen mit erhöhten Temperaturen schlecht zurecht. Ihnen kommen Stoffe abhanden, die sie zum Wachstum und zur Bildung der Zellwände brauchen.

Fieber zu unterdrücken, ist oft unnötig. Aber allzu lange kommt der Körper mit dieser kostspieligen Art der Immunabwehr nicht klar. Vor allem für Herz-Kreislauf-Patienten kann die steigende Stoffwechselaktivität sehr belastend sein.

Bei zu hohen Temperaturen verändert sich außerdem die Struktur körpereigener Eiweißstoffe, ähnlich wie beim Stocken von Eiweiß in heißem Wasser. Dagegen schützt sich unser Organismus durch die Bildung von Hitzeschockproteinen. Doch eine Temperatur von mehr als 41 Grad Celsius kann lebensbedrohlich sein.

„Übersteigt die Temperatur eine gewisse Schwelle, werden die Wände der kleinen Blutgefäße, der Kapillaren, durchlässiger“, sagt Joachim Roth vom Institut für Veterinär-Physiologie der Universität Gießen. Die innere Beschichtung dieser Gefäßwände, das Endothel, reguliert den Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe. „Die Endothelzellen ziehen sich nun zusammen und es entstehen Lücken.“ Auf diese Weise kann Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Gehirn austreten. Lebensgefährliche Hirnödeme sind die Folge.

Normalerweise steigt die Temperatur bei Fieber jedoch nicht so weit. Das geschieht eher durch äußere Einflüsse wie beim Hitzschlag. Thomas de Padova

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