AhA : Warum schimmern Adern blau?

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Einen Frosch in Alkohol einlegen. Auf solche Gedanken kommen Forscher, die in australischen Bäumen einen Korallenfinger entdecken. Der grüne Laubfrosch wird in Alkohol konserviert – und wechselt umgehend seine Farbe zu Blau. Der Alkohol löst nämlich Pigmente aus der Haut, die wie ein Filter wirken, einen Teil des Lichts absorbieren und das typische Laubfroschgrün hervorrufen. Entfernt man sie, kommt es zum Farbumschlag.

Der Farbwechsel legt etwas von der Natur des Lichts offen. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Mischung verschiedener Farben. Sonnenlicht, obschon weiß, setzt sich aus einem breiten Farbspektrum zusammen. Aber auch Komplementärfarben wie Gelb und Blau oder Rot und Blaugrün addieren sich zu Weiß.

Trifft Sonnenlicht auf unsere Haut, machen sich die Farbkomponenten bemerkbar. „Auf dem Weg durch das Gewebe wird Licht permanent gestreut“, sagt Jürgen Helfmann von der Laser- und Medizin-Technologie GmbH Berlin. Blaues Licht ist energiereicher. Es schüttelt die Elektronen in den Hautmolekülen kräftiger durch und wird auch selbst stärker hin und her gestreut als rotes Licht. Das zurückgeworfene blaue Licht, das unser Auge erreicht, stammt daher aus geringen Hauttiefen. „Rotes Licht dringt tiefer ein.“

Solange das Sonnenlicht nicht auf braune Pigmente oder auf Blutgefäße trifft, mischen sich die zurückgeworfenen Lichtanteile zu einem weißlichen Farbeindruck. So bleibt etwa die Haut an den Innenseiten der Arme selbst im Sommer weiß. Auf den Handinnenflächen dagegen gibt es rote Areale. Hier verlaufen nahe der Oberfläche feinste Blutgefäße. Wir sehen die Farbe des Blutes. Genauso an den Lippen. Oder bei Schamesröte.

Größere, geringfügig tiefer gelegene Adern schimmern bläulich durch die Haut hindurch. Aber nicht etwa, weil es sich um venöses Blut anderer Farbe handelte. Der niedrigere Sauerstoffgehalt des zurückströmenden Blutes ändert nur wenig an der Farbe. Den Blaustich verursacht die unterschiedliche Eindringtiefe von blauem und rotem Licht.

Nur rotes Licht dringt bis zu den dicken Adern vor. „Das Blut absorbiert einen Teil dieses Lichts“, sagt der Physiker. „Deshalb kommt aus Hautregionen mit größeren Blutgefäßen weniger rotes Licht zurück.“ Dieses rote Defizit fällt uns als Komplementärfarbe ins Auge: Weiß minus Rot ergibt Blaugrün.

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