AhA : Warum sind alle Sterne Pünktchen?

Zur Milchstraße gehören mehr als 100 Milliarden Sterne. Selbst bei guter Sicht kann man davon nur ein paar tausend mit bloßem Auge sehen. Die riesigen Entfernungen sprengen unsere Vorstellungskraft.

Thomas de Padova

Ohne Fernrohre wüssten wir nicht einmal von der Existenz unseres nächsten Nachbarsterns: Proxima Centauri. Mit galaktischem Maßstab gemessen, liegt Proxima Centauri gleich um die Ecke. Trotzdem braucht ein Lichtstrahl mehr als vier Jahre, um von dort zu uns zu gelangen. 40 Billionen Kilometer legt er dabei zurück. Er durchquert eine sternenlose Finsternis, denn die Sterne unserer Milchstraße verteilen sich auf einen unvorstellbar großen Raum.

Wegen der riesigen Entfernungen nimmt man Sterne, wenn überhaupt, nur als kleine Pünktchen wahr. Proxima Centauri etwa bleibt dem bloßen Auge verborgen. Der Rote Zwergstern ist deutlich kleiner als die Sonne und strahlt tausendmal weniger Energie ab.

Dagegen ist Beteigeuze, der Schulterstern im Orion, ein wahrer Riese und trotz der Distanz von 600 Lichtjahren gut sichtbar. An den Ort unserer Sonne gesetzt, würde er fast bis zum Jupiter reichen und alle inneren Planeten einschließlich der Erde verschlingen.

Von Proxima Centauri sind es nur 0,2 Lichtjahre bis zu dem Doppelstern Alpha Centauri, der ebenfalls hell am Nachthimmel leuchtet. In manchen Regionen des Alls sind die Sterne noch viel dichter beieinander. „Wenn sich unser Sonnensystem mitten in einem Kugelsternhaufen befände, würden wir die Sterne nicht bloß als Pünktchen sehen“, sagt Jakob Staude vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. In Kugelsternhaufen leuchten im Umkreis von wenigen Lichtjahren einige 100 000 Sterne. „Da wird es selbst nachts nicht dunkel.“


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