AhA : Warum tanzen Bienen?

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Ein Lob der Biene! Als Pollenallergiker bin ich ihr zu Dank verpflichtet. Während mich Birken- und Pappelpollen in der Nase jucken und mir Tränen in die Augen treiben, rettet mich die emsige Biene vor größeren Qualen. Sie transportiert Pollenkörner von Blüte zu Blüte und begegnet der leidigen Windbestäubung mit einer intelligenten Methode: Sex for food – Bestäubung gegen Nahrung.

Wie clever der Tauschhandel vonstatten geht, entdeckte der Nobelpreisträger Karl von Frisch. Im Gewusel des Bienenstocks fallen Imkern seit jeher jene Bienen auf, die am Eingang tanzen. Von Frisch übersetzte ihre Botschaft: Pollensammlerinnen, die von einer fernen Futterstelle zurückgekehrt sind, führen einen anderen Tanz auf als Bienen, die aus der Nähe heranschwirren. Ihr Tanz informiert Artgenossen über die Lage des fernen Futterplatzes, und zwar sowohl über die Richtung als auch über die Entfernung.

„Beim Schwänzeltanz schüttelt die Biene ihren Körper hin und her, läuft dann eine Strecke und kehrt im Bogen zur Ausgangsstelle zurück“, erläutert der Bienenforscher Jürgen Tautz von der Universität Würzburg. Dort schwingt sie ihren Körper erneut, läuft dasselbe Wegstück noch einmal und auf der anderen Seite im Bogen zurück. Nach dieser Acht fängt das Tänzchen von vorne an.

Die Richtung, in die die Biene nach dem Schwänzeln läuft, ist nicht beliebig. Denn über den Winkel zwischen dieser Linie und dem Lot, das durch die senkrecht hängende Wabe vorgegeben ist, teilt sie anderen Bienen mit, welchen Kurs sie einschlagen müssen. „Der Winkel zwischen Schwänzelstrecke und Lot entspricht dem Winkel zwischen dem Stand der Sonne, Bienenstock und Futterstelle“, sagt Tautz. „Je länger die Biene schwänzelt, umso weiter ist sie zum Futterplatz geflogen.“ Thomas de Padova

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