AIDS : Iran hält AIDS-Ärzte fest

Wissenschaftler fordern die Freilassung der HIV-Forscher.

Declan Butler

Iran steht unter zunehmendem Druck, den Aufenthaltsort zweier HIV-Forscher des Landes bekanntzugeben, die seit Ende Juni ohne Anklage festgehalten werden.

Die Brüder Arash und Kamiar Alaei haben internationale Anerkennung für ihr fortschrittliches HIV-Präventionsprogramm erlangt und sollten auf der 17. Internationalen AIDS-Konferenz in Mexiko-City im Juli darüber berichten. Beide wurden verhaftet, bevor sie das Land verließen. Beide hatten mit anderen Wissenschaftlern weltweit zusammengearbeitet und galten nicht als politisch aktiv.

Während der Konferenz wurde Protest zu ihrer Unterstützung laut. Seitdem haben mehrere Menschenrechtsorganisationen - darunter Physicians for Human Rights und Amnesty International - Iran aufgefordert, sich an international geltende rechtliche Verpflichtungen zu halten und die Inhaftierung zu begründen, den Männern einen Anwalt sowie das Recht, sich vor einem Richter zu verteidigen, zuzugestehen.

Die Forderung wurde von zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen übernommen, darunter die International AIDS Society, die Fundation for AIDS Research und die American Association for the Advancement of Science (AAAS), und tausende Wissenschaftler und Ärzte unterzeichneten eine Online-Petition unter http://www.iranfreethedocs.org. Barry Bloom, Dekan der Harvard School of Public Health in Boston, Massachusetts, brachte darüber hinaus seine "tiefe Besorgnis" über die Festnahme der Brüder zum Ausdruck.

Kamiar, der jüngere der Brüder, besitzt einen Master-Abschluss der Harvard School of Public Health und wollte sein Doktorandenstudium an der University of Albany's School of Public Health in New York fortsetzen. Arash war früher Leiter der Forschungskooperation am Forschungsinstitut für Tuberkulose und Lungenkrankheiten des Iran und führte zuletzt eine Klinik in Teheran.

HIV ist in weiten Teilen des Mittleren Ostens ein Tabuthema, so auch im Iran, doch beide Brüder waren an beeindruckenden Präventions- und Behandlungsprogrammen beteiligt - das Land ist derzeit zum Beispiel eines von wenigen, in dem in Gefängnissen Kondome und Spritzen zur Verfügung gestellt werden.

Dieser Artikel wurde erstmals am 17.9.2008 bei news@nature.com veröffentlicht. doi: 10.1038/455269a. Übersetzung: Sonja Hinte. © 2007, Macmillan Publishers Ltd

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