Wissen : Alkoholismus: Mittel dämpft die Sucht

Keinen Tropfen Alkohol mehr, das ist das Ziel der bisherigen Therapie von Alkoholabhängigen. Die Erfolgsquote ist allerdings gering. Die meisten werden wieder rückfällig. Eine neue Strategie soll den Betroffenen nun helfen, ein leichter erreichbares Ziel anzusteuern. Der suchtdämpfende Wirkstoff Nalmefen ermöglicht es, zumindest weniger zu trinken und so Gesundheitsschäden zu verringern, berichten europäische Mediziner im Fachblatt „Biological Psychiatry“. In ihrer Studie senkte das Medikament im Vergleich zu einem Scheinmedikament (Placebo) den Gesamtalkoholkonsum und verbesserte die Leberwerte. Ursprünglich wurde Nalmefen bei Opiat-Überdosierungen eingesetzt, hatte sich daneben aber auch zur Behandlung der Alkoholsucht als wirksam erwiesen. „Ein verringerter Alkoholkonsum könnte eine nützliche Alternative sein für die vielen Patienten, die es nicht schaffen, abstinent zu werden“, sagt Karl Mann vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, der Leiter des Forscherteams. An der bisher größten Studie dieser Art nahmen Alkoholabhängige aus Österreich, Finnland, Schweden und Deutschland teil. wsa

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