Alte Krankheit : Malaria, das gefährliche Mitbringsel aus Afrika

Der Urmensch nahm die Malaria mit in die Welt, damit ist der Krankheitserreger viel älter als gedacht.

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Mensch, Mücke, Malaria - der Parasit ist seit 80.000 Jahren dabei.
Mensch, Mücke, Malaria - der Parasit ist seit 80.000 Jahren dabei.Foto: picture-alliance / dpa

Plasmodium falciparum ist eine Plage. Jedes Jahr infizieren sich etwa 230 Millionen Menschen mit dem einzelligen Erreger, der Malaria auslöst. Alle 30 Sekunden stirbt ein Kind an der Krankheit. Jetzt hat ein internationales Forscherteam herausgefunden, dass das Leid offenbar so alt ist wie der moderne Mensch selbst. Der habe den Malariaerreger bei seiner Wanderung aus Afrika mit in den Rest der Welt getragen, schreiben sie im Fachblatt „Current Biology“.

Die Wissenschaftler um Francois Balloux vom Imperial College in London untersuchten 519 Proben von Malariaerregern aus der ganzen Welt. Ihr Ziel: Herauszufinden, wie stark die einzelnen Tiere sich genetisch unterscheiden. „Die genetische Vielfalt der Malariaparasiten ist entscheidend für ihre Gefährlichkeit, weil sie ihnen hilft, das Immunsystem zu überwinden und unempfindlich gegen Medikamente zu werden“, erklärt Balloux.

Die Forscher verglichen die Buchstabensequenz von zwei Genen bei allen 519 Proben. Dabei fanden sie ein klares Muster. Je weiter weg von Afrika die Tiere gefunden worden waren, desto weniger Unterschiede konnten sie in der Gensequenz zwischen den einzelnen Tieren finden. Es ist genau dasselbe Muster, das sich auch beim Menschen findet. „Das deutet auf eine gemeinsame geographische Herkunft hin“, sagt Balloux.

Wenn Mensch und Erreger in Afrika entstanden sind, ist dort auch die größte genetische Vielfalt zu erwarten. Denn bei den späteren Auswanderungswellen verließen nur kleine Gruppen den Kontinent und trugen entsprechend auch nur einen Teil der genetischen Vielfalt mit sich.

Das Ergebnis würde bedeuten, dass der Malariaerreger viel älter ist als gedacht. „Bisher nahm man an, dass die Krankheit mit der Entstehung der Landwirtschaft vor etwa 10 000 Jahren aufkam“, sagt Balloux. „Unsere Forschung zeigt, dass der Malariaerreger mindestens so alt ist wie die Verbreitung des Menschen von Afrika aus vor 60 000 bis 80 000 Jahren.“ Vermutlich seien die Menschen, als sie Afrika verließen, bereits mit dem Parasiten infiziert gewesen und hätten ihn so mit hinausgetragen. Lediglich Amerika wurde verschont. Erst der Sklavenhandel brachte die Malaria in die Neue Welt.

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