Wissen : Alternative Medizin an der Charité Stiftungsprofessur soll Akzeptanz voranbringen

Die Charité öffnet sich der Alternativmedizin. An der Berliner Uniklinik wurde nun eine Professur zur Erforschung der Komplementärmedizin eingerichtet. Finanziert wird sie auf fünf Jahre von der Karl- und Veronica-Carstens-Stiftung mit insgesamt einer Million Euro. Berufen wurde Claudia Witt, seit 1998 stellvertretende Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité. Witt will sich unter anderem um Homöopathie, Akupunktur, anthroposophische Medizin und Naturheilkunde kümmern.

Die Carstens-Stiftung setzt sich für die Etablierung der Homöopathie und der Naturheilverfahren ein. Eines ihrer Ziele ist die Integration dieser Medizinrichtungen an den Hochschulen. Diesem Wunsch sei man nun „ein gutes Stück näher gekommen“, sagte Veronica Carstens. „In der Kombination von konventioneller Medizin mit Naturheilkunde und Homöopathie sehe ich die Zukunft.“

„Ich bin überzeugt davon, dass Frau Professor Witt die wissenschaftliche Untermauerung der Komplementärmedizin und damit deren Akzeptanz in Deutschland mit großen Schritten voranbringen wird“, teilte der Stiftungsgeschäftsführer Henning Albrecht mit.

Eine wichtige Rolle spielte Witt bei der Etablierung der Akupunktur. Im Auftrag der Techniker-Krankenkasse und anderer Kassen stellte sie gemeinsam mit anderen Ärzten Untersuchungen zur Schmerzbehandlung mit Akupunktur an. Kritiker wandten ein, bei den Studien handele es sich um Marketingmaßnahmen der Kassen. Zudem wurde eine Überlegenheit der Akupunktur gegenüber einer Scheinakupunktur nicht bewiesen. Bei der Scheinakupunktur werden nicht die typischen Akupunktur-Körperstellen mit Nadeln gespickt, sondern in der Nähe liegende Areale.

Trotz der Einwände wurde 2007 die Akupunktur als Kassenleistung bei Rücken- und Kniebeschwerden zugelassen. Heute ist das Heilverfahren in Deutschland weit verbreitet. Etwa 30 000 bis 40 000 Ärzte nadeln mittlerweile, schätzt Witt. wez

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