American Academy : Zeiten des Wandels

Die American Academy feiert 2014 ihr 20-jähriges Jubiläum. Seit ihrer Gründung durch Richard C. Holbrooke fördert sie den wissenschaftlichen, kulturellen und intellektuellen Dialog, der konventionelle Grenzen sprengt und neue Ideen schafft.

Gary Smith
Die Fellows und die Gäste des akademisches Jahres 2013/2014
Die Fellows und die Gäste des akademisches Jahres 2013/2014Foto: Annette Hornischer

Das neue akademische Jahr hat für die American Academy eine besondere Bedeutung. 2014 feiern wir den zwanzigsten Jahrestag ihrer Gründung durch Richard C. Holbrooke und einen Kreis namhafter Deutscher und Amerikaner, denen die Fortführung der geistigen Beziehungen zwischen den beiden Partnern auch nach dem Kalten Krieg am Herzen lag. Das Jahr markiert ebenfalls den hundertsten Jahrestag des Beginns der zivilisatorischen Selbstzerstörung Europas im Ersten Weltkrieg sowie 25 Jahre des Triumphs über den Kommunismus nach dem Fall der Berliner Mauer. Dieses Zusammentreffen von Jubiläen gibt Anlass zur Besinnung auf das Erreichte und noch vor uns Liegende.
Nach 1989 schien so vieles gewiss wie das „Ende der Geschichte“ oder der Triumph des Kapitalismus. Heute wandeln sich Dinge, die wir für sicher hielten, durch die Globalisierung, den technologischen Wandel und das Heranwachsen einer neuen Generation. Die Fülle neuer globaler Herausforderungen stellt auch die Beziehungen zwischen Europa und den USA in einen neuen Kontext. Angesichts unseres anstehenden Jubiläums sind wir stolz darauf, dass wir ein dynamisches Fundament für einen wissenschaftlichen, kulturellen und intellektuellen Dialog geschaffen haben, der nicht nur Deutschland und die USA umspannt, sondern konventionelle Grenzen sprengt und neue Ideen schafft.
Deutschland muss seine Rolle in der heutigen Welt neu definieren. Der Erfolg der letzten Jahre hat der Nation viel Bewunderung eingetragen, aber Erfolg bringt auch Verantwortung mit sich. In seiner Berliner Rede am 19. Juni betonte Präsident Obama, dass Gleichgültigkeit keine Eigenschaft einer bedeutenden Nation sein dürfe. Er unterstrich, wie viel den USA an einer Zusammenarbeit mit Deutschland für die Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses von Verantwortung liegt.


Unsere Fellows und Gäste sind besonders sensibilisiert für die Traditionen und die Möglichkeiten, den Wandel in den transatlantischen Beziehungen positiv zu gestalten. Während ihres Aufenthaltes in Berlin werden sie dauerhafte Beziehungen zu ihren deutschen Gegenübern aufbauen können. Es sind gerade solche Beziehungen, die ein tieferes kulturelles Verständnis schaffen und uns helfen können, den wichtigsten Herausforderungen dieses Jahrhunderts zu begegnen.

Der Autor ist Geschäftsführender Direktor der American Academy in Berlin

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