Wissen : Angefressene Pflanzen sind fitter

Einige Pflanzen, die von Tieren teilweise abgefressen werden, wachsen und gedeihen danach umso besser. Die Ursache dafür haben amerikanische Biologen jetzt aufgedeckt: Die Pflanzen reagieren auf diese Form des Stresses, indem sie die Chromosomenzahl in den Zellen vervielfachen. Das beschleunigt ihr Wachstum und erhöht die Samenproduktion, schreiben die Forscher im Fachblatt „Ecology“.

„Wir haben Pflanzen über mehrere Generationen untersucht und wissen, dass diejenigen, die abgefressen werden, tatsächlich eine bis zu dreifach höhere Vermehrungsrate haben als die anderen“, sagt Ken Paige von der Universität Illinois nach Versuchen mit der Ackerschmalwand. Die Forscher ließen jeweils 160 Pflanzen zweier Varianten bis zu einer bestimmten Größe wachsen. Die Hälfte von ihnen wurde kurzgeschnitten, um das Abfressen durch ein grasendes Tier zu simulieren. Vor dem Abschneiden sowie nach einer und nach drei Wochen entnahmen die Biologen Proben oberirdischer Pflanzenteile und ermittelten den DNS-Gehalt einzelner Zellen.

Zu Beginn des Experiments enthielten alle Zellen jeweils zehn Chromosomen. Diese Zahl erhöhte sich bei einigen Zellen nach dem Abschneiden auf bis zu 320. Wenn der DNS-Gehalt der Zelle steigt, erhöht sich auch die Produktion von Proteinen, die für Wachstum und Fortpflanzung benötigt werden, schreiben die Forscher. Dadurch nehme die Größe der Einzelzelle zu, was zum schnelleren Pflanzenwachstum beiträgt. Wie die Versuche zeigten, entscheiden offenbar genetische Unterschiede innerhalb einer Pflanzenart darüber, in welchem Ausmaß diese Reaktion ablaufen kann oder nicht. wsa

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