Wissen : Angst vor dem Rauswurf Studierende planen Demo gegen neues Unigesetz

20.04.2011 19:14 UhrVon Marie-Charlotte Maas

„Es ist nicht gerade hilfreich, Studierende unter der Androhung von Strafe zum Studienabschluss zu zwingen!“ Für diesen Ausruf bekommt der hochschulpolitische Referent des Asta der Freien Universität, Arvid Peschel, viel Applaus. Auf der Vollversammlung der FU-Studierenden zeigt sich am Mittwochmittag, dass der Plan des Berliner Senats, in der Novelle des Hochschulgesetzes Sanktionen für Langsame und die „Zwangsexmatrikulation“ zu verankern, die Studierenden bewegt. Viele bezweifeln, dass die Hochschulen die notwendige Beratung fachlich und pädagogisch angemessen leisten können. Eine Studienberaterin des Asta berichtet, schon jetzt herrsche ein Klima der Verzweiflung: „Studienanfänger schreiben uns vor Beginn ihres Studiums E-Mails, in denen sie ihre Angst bekunden, die Regelstudienzeit nicht einhalten zu können.

Allerdings ist der Hörsaal 1A in der Silberlaube nur zu einem Drittel gefüllt. Womöglich wüssten viele Studierende noch nicht, was die Gesetzesnovelle für sie bedeuten könnte, sagte der Informatikstudent Jonas Dohse: „Die Aufregung entsteht erst, wenn man vor vollendeten Tatsachen steht.“ Zu den Studierenden spricht auch FU-Vizepräsident Michael Bongardt. Er gibt zu, dass „die Beratungsangebote derzeit nicht so ausgefüllt werden, wie man es sich wünschen könnte."

An der Technischen Universität diskutierten Studierende am Mittwoch eine Stunde lang über das Hochschulgesetz. Das Audimax sei hier „gut gefüllt“ gewesen, sagte Asta-Vertreterin Hanna Eberle. Die Studierenden aller Berliner Hochschulen planten jetzt eine große Demonstration gegen die Gesetzesnovelle, möglichst am Tag der Parlamentsanhörung, die in wenigen Wochen stattfinden soll. Nicht nur gegen die Zwangsexmatrikulation wollten die Studierenden protestieren, sondern auch für einen freien Zugang zum Masterstudium. An der HU wurde die geplante Vollversammlung auf den kommenden Mittwoch verschoben. Ein Studierendenvertreter erklärte, es habe Probleme bei der Organisation eines Raumes gegeben. Marie-Charlotte Maas

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