• Anklage wegen Untreue: Düsseldorfer Klinikchef bleibt trotz Anklage in Führungsposition

Anklage wegen Untreue : Düsseldorfer Klinikchef bleibt trotz Anklage in Führungsposition

Der Chef der Düsseldorfer Uniklinik beschäftigte jahrelang wissenschaftliche Mitarbeiter in seiner privaten Zahnarztpraxis. Er arbeitet weiter in leitender Position - obwohl er er wegen Untreue angeklagt ist.

Andreas Dörnfelder
Es geht um Behandlungen für rund 2,2 Millionen Euro-
Es geht um Behandlungen für rund 2,2 Millionen Euro-Foto: Oliver Berg/picture-alliance/dpa

Die Uniklinik Düsseldorf beschäftigt laut einer Recherche des Handelsblattes seit fast zwei Jahren einen wegen Untreue angeklagten Professor. Wolfgang Raab, bis 2013 Ärztlicher Direktor und Vorstandschef des Klinikums, soll nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf jahrelang wissenschaftliche Mitarbeiter in seiner privaten Zahnarztpraxis eingesetzt und deren Behandlungen als eigene Leistungen abgerechnet haben. Die Strafverfolgungsbehörde klagte Raab im Sommer 2013 wegen Untreue an, seitdem liegt der Fall beim Landgericht Düsseldorf (Aktenzeichen 14 KLS 18/13).

Laut Anklage rechnete Raab Behandlungen für rund 2,2 Millionen Euro ab

Die Uniklinik stört sich nicht an dem Zustand. Sie zog Raab wegen der Privatabrechnungen weder zur Rechenschaft, noch beurlaubte sie den Professor. Raab ist zwar nicht mehr Vorstandschef, leitet nun aber wieder die Abteilung für Zahnerhaltung. Damit setzte die Uniklinik Raab ausgerechnet dem Mann vor die Nase, der die Geschäfte des Professors ans Licht brachte.

Laut Anklage rechnete Raab bei 1400 Patienten Behandlungen für rund 2,2 Millionen Euro ab. Nur einen Bruchteil der Leistungen erbrachte Raab jedoch selbst. Die allermeisten Patienten soll ein Oberarzt behandelt haben, der eigentlich für Forschung und Lehre zuständig war. Der Universität Düsseldorf soll dadurch ein Schaden von rund 350.000 Euro entstanden sein. Weder Professor Raab, noch die Uniklinik, noch die Universität waren auf Anfrage zu einer Stellungnahme bereit.

- Die komplette Recherche ist auch im gedruckten Tagesspiegel von diesem Donnerstag (28. Mai) zu lesen sowie kostenpflichtig auf Handelsblatt Online.

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