Anthropologie : Das Werkzeug der ersten Amerikaner

Nordamerika schon vor 15 500 Jahren besiedelt

Werkzeugkasten. Die Fundstücke sind die ältesten Artefakte aus Amerika. Foto: Science
Werkzeugkasten. Die Fundstücke sind die ältesten Artefakte aus Amerika. Foto: Science

Die Entdeckung 15 500 Jahre alter Steinwerkzeuge in Texas rückt die Datierung der Besiedlung Nordamerikas weit zurück. Demnach wagten sich die ersten Einwanderer rund 2500 Jahre früher als zunächst angenommen auf den menschenleeren Kontinent vor. Bisher hatten die Clovis aus Asien als erste Siedler von Amerika gegolten. Sie waren vor 13 200 Jahren über die Beringstraße, die damals noch eine Landzunge war, in das heutige Alaska gekommen und hatten sich bis in den Norden von Südamerika ausgebreitet. Die 2500 Jahre älteren Steinwerke verweisen die Clovis jetzt auf Platz zwei der Rangliste frühester „Amerikaner“, schreiben US-Forscher um Michael Waters von der Texas A&M Universität im Wissenschaftsmagazin „Science“.

   Waters und Kollegen stießen an einer als Debra L. Friedkin Site bekannten Fundstelle im Buttermilk Creek Complex von Texas auf die schon überraschend ausgefeilten Werkzeuge der Clovis-Vorgänger. Ähnlichkeiten mit den Steinen der Clovis ließen den Schluss zu, dass die spätere Kultur ihre Handwerkskünste auf denen der noch unbenannten Vorgänger aufbaute, heißt es in „Science“. Selbst die Prä-Clovis-Werkzeuge hatten schon Schneiden und waren doppelseitig verwendbar, schreiben die Forscher.

   Die 15 528 Prä-Clovis-Artefakte wurden am Buttermilchbach unter einer Schicht von Clovis-Überbleibseln ausgegraben. Bei ihnen handelt es sich nach Einschätzung von Waters und Kollegen um „mobile Werkzeugsets“, die leicht zusammengepackt und an einen anderen Ort mitgenommen werden konnten.

   Funde in anderen US-Bundesstaaten hatten schon vorher den Verdacht erweckt, dass die Clovis nicht die ersten „Amerikaner“ waren. dpa

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