Anthropologie : Vormensch „Little Foot“ war doch älter

Er konnte gut klettern und gut laufen. "Little Foot" gilt als Bindeglied auf dem Weg zum modernen Menschen. Doch wann lebte der Vorfahr? Eine neue Methode könnte Aufschluss geben.

Vor 21 Jahren wurden in der südafrikanischen Sterkfontain-Höhle die Reste eines Vormenschen entdeckt. Das Besondere: Sein Fuß ermöglichte es, auf Bäume zu klettern und lange auf dem Boden zu laufen. „Little Foot“ gilt daher als wichtiges Bindeglied in der Entwicklungsgeschichte des Menschen. Doch wann lebte jener Vorfahr der Art Australopithecus prometheus? Verschiedene Methoden haben Alter zwischen zwei und vier Millionen Jahren ergeben. Darryl Granger von der Purdue-Universität in West Lafayette und Kollegen wandten jetzt ein neues Verfahren an. Es datiert „Little Foot“ auf 3,67 Millionen Jahre, berichten sie im Fachblatt „Nature“. Damit könne Little Foot als ein älterer Verwandter von „Lucy“ gelten, jener berühmten Vertreterin der Art Australopithecus afarensis, die vor rund 3,2 Millionen Jahren in Ostafrika lebte.

Das neue Verfahren basiert auf dem Beschuss durch kosmische Strahlung. An der Oberfläche von Silikatgestein entstehen dadurch die radioaktiven Isotope Aluminium-26 und Beryllium-10. Fällt das Gestein in eine Höhle, in der die kosmische Strahlung abgeschirmt ist, verändert sich das Mengenverhältnis, weil Aluminium-26 ungefähr doppelt so schnell zerfällt wie Beryllium-10. Die Forscher bestimmten das Verhältnis der Isotope in den fossilführenden Ablagerungen und erhielten das Alter von 3,67 Millionen Jahren. Allerdings sind die Gesteine in der Höhle ziemlich uneinheitlich und ihre geologische Geschichte schwer zu rekonstruieren. Ob die neue Zahl Bestand hat, wird sich noch zeigen müssen. (nes/RHK)

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