Arbeiterkinder : Studium im Ausland hängt von den Eltern ab

Soziale Ungleichheit wirkt sich verstärkt auf die Auslandsmobilität von Studierenden aus. Eine Studie des WZB zeigt: Die Zahl der Nicht-Akademikerkinder, die sich einen Auslandsaufenthalt im Studium leisten können, sinkt.

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Akademikerkinder gehen während ihres Studiums häufiger ins Ausland als Studierende, deren Eltern keinen Hochschulabschluss haben. In den vergangenen Jahren hat diese Diskrepanz in der Mobilität sogar zugenommen. Das geht aus einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) hervor. So lag der Anteil der ins Ausland gehenden Studierenden unter den Akademikerkindern 1997 bei 14,6 Prozent, der Anteil unter Nicht-Akademikerkindern betrug 11,2 Prozent. Im Jahr 2006 gingen mehr Akademikerkinder (16 Prozent) ins Ausland. Der Anteil unter den Studierenden, deren Eltern keinen Hochschulabschluss haben, war dagegen auf 10,2 Prozent zurückgegangen.

Ausgewertet wurden Daten der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus den beiden Jahren, berücksichtigt wurden Studierende bis zum achten Semester. In der Umstellung auf die neuen Bachelor-Studiengänge sieht die Autorin der Studie, Claudia Finger, allerdings keinen Grund für die zunehmende Ungleichheit. Der Unterschied habe vielmehr auch in den alten Studiengängen zugenommen. Ein Zusammenhang wird eher darin gesehen, dass Akademikereltern eher in der Lage sind, ihren Kindern auch schon vor dem Studium einen Aufenthalt im Ausland zu finanzieren, was diese zu einem weiteren Auslandsaufenthalt während des Studiums motiviere. Die Bafög-Reform von 2001, nach der Studierende ihre Förderung ins Ausland mitnehmen dürfen, habe dagegen keine Wirkung gezeigt.

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