Asteroiden : Der Tod kam aus dem All

Der Zusammenstoß zweier Asteroiden vor 160 Millionen Jahren kostete die Dinosaurier das Leben. Mit Computersimulationen haben Forscher die Bahnen dieser Asteroiden zurückverfolgt.

Rainer Kayser
Asteroid
Eine Illustration des Asteroideneinschlags auf der Erde, der vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier ausgerottet haben soll. -Foto: dpa

Vor 160 Millionen Jahren kam es im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter zu einer Katastrophe. Zwei große Himmelskörper stießen zusammen und zerbrachen. Das zeigen Computersimulationen eines amerikanisch-tschechischen Forscherteams. Eines der Trümmerstücke besiegelte das Schicksal der Dinosaurier. Fast 100 Millionen Jahre später stürzte der Riesenbrocken auf die Erde und führte dort zu einer Klimakatastrophe und einem massiven Artensterben, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt „Nature“ (Band 449, S. 48).

Das Team um William Bottke vom Southwest Research Institute in Boulder (US-Bundesstaat Colorado) hat die Bahnbewegungen der „Baptistina-Familie“ der Asteroiden untersucht. Diese Himmelskörper besitzen eine ähnliche chemische Zusammensetzung und ähnliche Bahnen – ein deutlicher Hinweis darauf, dass sie gemeinsamen Ursprungs sind. Mit Computersimulationen haben Bottke und seine Kollegen die Bahnen der Baptistina-Asteroiden zurückverfolgt, um diesen Ursprung ausfindig zu machen.

Ihr Ergebnis: Offenbar stießen vor 160 Millionen Jahren im inneren Asteroidengürtel ein 170 Kilometer großer und ein 60 Kilometer großer Himmelskörper nahezu frontal zusammen. Dabei sind, wie die Simulationen zeigen, über tausend Fragmente mit Größen von über einem Kilometer entstanden. Die Schwerkraft der Planeten Mars und Jupiter hat anschließend viele der Bruchstücke auf Bahnen abgelenkt, die in das innere Sonnensystem hineinführen und so auch den Orbit der Erde kreuzen.

Spektroskopische Untersuchungen von Baptistina, dem Namensgeber und mit 40 Kilometern größten Asteroiden der Baptistina-Familie, zeigen eine ähnliche chemische Zusammensetzung, wie sie Meteoriten aufweisen, die kohlige Chondriten genannt werden. Ein zehn Kilometer großer kohliger Chondrit war es nach heutigen Erkenntnissen auch, der vor 65 Millionen Jahren den Chicxulub- Krater auf der zu Mexiko gehörenden Halbinsel Yucatan schlug und zum Aussterben der Dinosaurier führte. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent, so schließen die Forscher, handelte es sich bei diesem Killerasteroiden um ein Bruchstück der Baptistina-Kollision. Vermutlich stammt auch heute noch etwa ein Drittel der erdnahen Asteroiden von der damaligen Katastrophe.

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