Astronomie : "Corot" spürt erdähnlichen Planeten auf

Der europäische Satellit "Corot" hat im Sternbild "Einhorn" den bislang kleinsten Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt. Sein Durchmesser sei lediglich doppelt so groß wie der unserer Erde, teilten die an der Mission beteiligten Forscher am Dienstag in Paris mit.

Ralf Nestler

 Bislang haben Astronomen mehr als 300 solcher Exoplaneten entdeckt. Aufgrund der angewendeten Messverfahren können aber nur relativ große Himmelskörper nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich meist um jupiterähnliche Gasriesen.

"Die Entdeckung eines so kleinen Planeten ist eine echte Sensation. Damit haben sich die Erwartungen, die wir in Corot gesetzt haben, voll erfüllt", sagt Heike Rauer vom Berliner Institut für Planetenforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das an der Suche nach fernen Himmelskörpern beteiligt ist.

Der jetzt entdeckte "Corot-Exo-7b" könnte ein Gesteinsplanet ähnlich der Erde sein, der mit flüssiger Lava bedeckt ist, vermuten die Wissenschaftler. Für die Entwicklung von Leben dürfte es auf dem Planeten aber zu heiß sein. Die Temperatur wird auf bis zu 1500 Grad Celsius geschätzt, denn Corot-Exo-7b kommt seinem Zentralgestirn sehr nahe: Für eine Umrundung benötigt er lediglich 20 Stunden.

Die Astronomen entdeckten in direkter Nachbarschaft noch einen weiteren Himmelskörper. Er wiegt allerdings 14-mal so viel wie die Erde und ist damit deutlich größer. Er benötigt für einen Umlauf acht Tage. Offensichtlich sind beide Himmelskörper Teil eines eigenen Planetensystems - analog zu unserem Sonnensystem.

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