Astronomie : Geschosse im All

Jets bei Schwarzen Löchern schleudern Protonen und positiv geladene Atome ins All. Die Partikel sind 200000 Kilometer pro Stunde schnell, berichten Astronomen.

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Die künstlerische Darstellung zeigt, wie sich um ein Schwarzes Loch eine Akkretionsscheibe bildet. Je näher die Materie dem Schwarzen Loch kommt, umso mehr wird sie zusammengedrängt und erhitzt. Ein Teil davon wird in Form von "Jets" ins All geschleudert. Abb. ESA/ATG Medialab
Die künstlerische Darstellung zeigt, wie sich um ein Schwarzes Loch eine Akkretionsscheibe bildet. Je näher die Materie dem...Abb. ESA/ATG Medialab

Die von Schwarzen Löchern angesaugte Materie wird immer weiter verdichtet, je näher sie dem Schwerkraftmonster kommt. Ein Teil davon wird in gebündelten Strahlen wieder ins All geschleudert. Woraus aber bestehen diese Jets? Zumindest beim Schwarzen Loch 4U 1630-47 aus Protonen und positiv geladenen Atomen, schreiben Astronomen im Fachblatt „Nature“. Sie vermuten, dass das auch für Jets anderer Schwarzer Löcher gilt.

„Wir beobachten seit Jahrzehnten die Materiestrahlen Schwarzer Löcher“, sagt María Díaz Trigo von der Europäischen Südsternwarte Eso. „Trotzdem wissen wir nicht genau, woraus sie bestehen und was sie antreibt.“ Die Forscher wiesen mithilfe des Australia Telescope Compact Array und des europäischen Röntgensatelliten XMM-Newton während eines Ausbruchs von 4U 1630-47 die typische Strahlung von elektrisch positiv geladenen Nickel- und Eisen-Ionen nach. Sie wurden mit zwei Dritteln der Lichtgeschwindigkeit in entgegengesetzte Richtungen aus dem Schwarzen Loch geschleudert. Die Forscher folgern daraus, dass die Strahlung aus den Jets stammt.

Demnach stößt das Schwarze Loch ionisiertes Gas aus, das es zuvor mit seiner Schwerkraft angezogen hat. Das Gas sammelt sich zunächst in einer rotierenden Scheibe und strömt von dort langsam auf das Schwarze Loch zu. Da Gaswolken im Weltall überwiegend aus Wasserstoff bestehen und nur wenig Elemente wie Nickel und Eisen enthalten, geht das Team um Trigo davon aus, dass die Jets überwiegend aus Protonen bestehen, also aus den Atomkernen von Wasserstoff.

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