Astronomie : Komet "Tempel-1": Erst beschossen, jetzt vermessen

Es hatte etwas von "Krieg der Sterne", als die Nasa vor knapp sechs Jahren auf den Kometen "Tempel-1" schoss. Nun bekommt der eisige Brocken wieder Besuch von einer Raumsonde, dieses Mal aber in friedlicher Absicht.

Komet "Tempel-1".
Komet "Tempel-1".Grafik: Nasa

Am Dienstag gegen 5:40 Uhr (MEZ) wird sich „Stardust-Next“ dem Kometen bis auf 200 Kilometer nähern. Dabei sollen hochauflösende Fotos gemacht und mittels Staubdetektoren die vom Kometenkern ausgeworfenen Partikel chemisch analysiert werden.

Vor allem interessiert die Forscher das Erscheinungsbild des künstlich erzeugten Kraters vom 4. Juli 2005. Damals hatte die Raumsonde „Deep Impact“ ein 370 Kilogramm schweres Projektil auf die Oberfläche des Kometen geschossen, der einen Krater von bislang unbekannter Größe schuf. Die dabei aufgewirbelte Partikelstaubwolke wurde von der Sonde selbst und von zahlreichen Teleskopen, aber auch mit der Esa-Sonde „Rosetta“ beobachtet. Allerdings waren die Gase und Staubmassen so dicht, dass sie den Blick auf den Impaktkrater verwehrten. Dieses Missgeschick soll nun die Stardust-Next-Mission korrigieren. Dazu wurde der Vorbeiflug zeitlich so gelegt, dass der künstliche Krater auf der Sonnenseite des Kerns erscheint und so besser fotografiert werden kann.

Die Sonde flog bereits 2004 dicht am Kern des Kometen „Wild-2“ vorbei. Dort konnte sie mit einem eigens konstruierten Probenauffänger feine Partikel des ausgestoßenen Staubs sammeln und 2006 in einer speziellen Kapsel erfolgreich zur Erde zurückbringen. bma

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