"Atlantis"-Reperatur : Mit Nadel und Faden im All

Einer der Astronauten soll die beschädigte Isoliermatte am Heck der Raumfähre heute Abend klassisch mit Nadel und Faden wieder annähen. Die Nadel ist allerdings handtellergroß und der Faden besteht aus Edelstahl.

Houston/WashingtonNähstunde bei der NASA: Mit Nadel, Faden und Raumhandschuhen soll am Heck der Raumfähre "Atlantis" eine beschädigte Isoliermatte repariert werden. Klebeband funktioniere nicht, sagte NASA-Flugdirektor John Shannon im NASA-Kontrollzentrum in Houston (Texas). Da derzeit noch alle Varianten auf der Erde getestet würden, soll die letzte Entscheidung über die Art der Reparatur und den Zeitpunkt kurzfristig am heutigen Abend fallen.

Die NASA favorisiert bislang Handwerkszeug aus dem Nähkasten. Die Nähnadel für Astronauten ist etwa so groß wie ein Handteller und gebogen wie ein Bumerang. Anders als normale Nadeln auf der Erde muss sie sich in der Schwerelosigkeit der Form der Raumhandschuhe anpassen. Der Faden ist rissfester und dicker als alles herkömmliche Material auf der Erde: Er besteht aus Edelstahl.

Beim Start hatte sich ein Stück der Verschalung am oberen Heck gelöst, wodurch ein etwa zehn mal 15 Zentimeter großes Loch am Hitzeschild entstand. Dort ist die Ecke einer Isoliermatte umgeknickt. Sie steht jetzt wie ein Dreieck nach oben. Durch die starken Reibungskräfte beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre würde an diesem hervorstehenden Stück zusätzliche Hitze entstehen.

Die Reparatur wird nach Schätzung der NASA etwa 90 Minuten dauern. Ein Astronaut wird mit dem Roboterarm der "Atlantis" zum Heck geschwenkt. Dort soll er die 10 Mal 15 Zentimeter große hochstehende Ecke wieder herunter drücken. Sollte sich die NASA für Nadel und Faden entscheiden, wird die Ecke dann an der benachbarten Isoliermatte angenäht. (mit dpa)

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