Wissen : Aufgedeckt: Sabotage im Labor

Wegen Sabotage im Labor verurteilte ein amerikanisches Gericht einen Forscher zu einer Strafe von 72 000 Dollar (53 000 Euro). Der Post-Doktorand hatte nach einem Bericht des Fachjournals „Nature“ heimlich in die Experimente einer jungen Kollegin eingegriffen, um deren Forschungserfolge zu verhindern.

Die angehende Medizinerin an der Universität von Michigan in Ann Arbor arbeitete mit Zellkulturen, zu denen sie eine Flüssigkeit gab. Als die Versuche immer wieder fehlschlugen, wurde sie misstrauisch und alarmierte die Institutsleitung. Diese zweifelte zunächst an den Aussagen der jungen Frau.

Dann aber installierte sie zwei Kameras im Labor und erwischte den älteren Kollegen auf frischer Spur. Er gestand, dem flüssigen Mittel Alkohol beigemischt zu haben, um die Zellkulturen zu vergiften. Als Grund für seine Tat, die die monatelange Arbeit seiner Kollegin zerstörte, nannte er Neid und Sorge um das eigene Vorankommen.

Nur wer Forschungserfolge vorweist, kann in den USA auf Mittel vom Staat und dem privaten Sektor hoffen. Wer keine neuen Daten anbietet, muss seinen Traum vom Forscherjob oft auf Eis legen. Dieser Wettkampf ums Geld habe sicher nicht nur einen Forscher zur Straftat verführt, heißt es in „Nature“. Üblicher als Sabotage dürften positive Stellungnahmen zur Arbeit nahestehender Kollegen oder Freunde, ebenso gefärbte Empfehlungsschreiben oder auch die Einflussnahme auf Laborprotokolle sein. dpa

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