Bachelor an der FU Berlin : Schlechte Organisation, gute Profs

An Freien Universität Berlin wächst die Zufriedenheit der Studierenden mit dem Bachelor – langsam und noch lange nicht in allen Bereichen. Das geht aus einer Bachelorbefragung der FU aus dem Sommersemester 2008 hervor.

Amory Burchard

BerlinWährend bei der ersten Umfrage von 2006 noch 63 Prozent meinten, die Verbindung von Theorie und Praxis gelinge "eher schlecht", sind es jetzt nur noch 55 Prozent. 68 Prozent kritisierten die berufsqualifizierenden Angebote, jetzt sind es 58 Prozent. Insgesamt äußerten im Mai 2008 drei Viertel der Befragten, sie seien "mit ihrem Studium an der FU zufrieden" - rund zehn Prozent mehr als 2006.

An der Online-Befragung beteiligten sich 2445 von 7911 Bachelorstudierenden der FU. Die größte Gruppe der Befragten (46 Prozent) absolvierte im Sommersemester 2008 ihr erstes Studienjahr. 40 Prozent waren männlich, 60 Prozent weiblich, knapp 7 Prozent hatten keine deutsche Staatsbürgerschaft. Vor dem Studium hatten 13 Prozent eine Berufs ausbildung absolviert, 28 Prozent waren zuvor berufstätig.

Der leicht gestiegenen Zufriedenheit mit dem Bachelorstudium steht eine wachsende Kritik an der Studienorganisation gegenüber: So waren vor zwei Jahren 64 Prozent einverstanden mit der Organisation der Prüfungstermine, jetzt sind es nur noch 53 Prozent. "Deutlich weniger positiv beurteilt" wurden auch die Übereinstimmung von den für die Module formulierten Studienzielen und den gelehrten Inhalten und die Abstimmung zwischen den Lehrveranstaltungen desselben Moduls. Nur jeweils die Hälfte der Studierenden fühlt sich beim Abfassen von Haus arbeiten, bei der Vorbereitung von Referaten oder bei Arbeitsschwierigkeiten gut von den Lehrenden unterstützt.

90 Prozent sind mit der Vorbereitung der Dozenten zufrieden

Dennoch würden 81 Prozent der Studierenden erneut ein Studium an der FU aufnehmen, 77 Prozent im gleichen Fach. Und immerhin zwei Drittel sind mit der Betreuung und Unterstützung durch die Lehrenden bei der Prüfungsvorbereitung insgesamt zufrieden. Ihre akademischen Lehrer beurteilen die Studierenden ohnehin positiv: 90 Prozent halten die Dozenten für gut vorbereitet, 83 Prozent für engagiert. Allerdings klagen drei Viertel über Leistungsdruck im Studium und immerhin 36 Prozent über Schwierigkeiten, mit Lehrenden in Kontakt zu treten.

Gefragt wurde auch nach den Lebensumständen und den Zukunftsplänen der Studierenden. 65 Prozent stammen aus einem Elternhaus, in dem mindestens ein Elternteil einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss hat. Fast drei Viertel werden von ihren Eltern finanziell unterstützt, gleichzeitig jobbt rund die Hälfte neben dem Studium - durchschnittlich 13 Stunden während der Vorlesungszeit. Lediglich neun Prozent der Studierenden wollen mit dem Bachelorabschluss gleich in den Beruf gehen, 64 Prozent beabsich tigen, nach dem ersten Abschluss ein Masterstudium aufzunehmen.

Die Studie im Internet: www.fu-berlin.de/bachelorbefragung

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