Wissen : „Bachelors haben gute Chancen“ Umfrage unter 1500 Unternehmen vorgestellt

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Noch gibt es eine große Unsicherheit unter den Studierenden, ob sie auf dem Arbeitsmarkt allein mit dem Bachelorabschluss akzeptiert werden. Nach einer Befragung von 1527 Unternehmen lautet das übereinstimmende Urteil jedoch, dass sich die junge Generation keine Sorgen machen muss. Die Chancen der Bachelorabsolventen auf dem Arbeitsmarkt seien gut bis sehr gut, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) am Dienstag in Berlin. Eine große Mehrheit der Absolventen sei auch mit Bezahlung und Karrierechancen zufrieden.

Die überwiegende Zahl der Bachelorabsolventen habe sich im Jahr 2009 „in regulärer Erwerbstätigkeit befunden“, betonte Arend Oetker, Präsident des Stifterverbandes, der die Befragung gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln und dem HIS-Institut für Hochschulforschung erstellt hat. Befragt wurden neben den Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2010 bundesweit rund 10 000 Studierende.

Von einer „Generation Praktikum“ könne keine Rede sein: Der Umweg über Praktika sei bei Akademikern mit dem Bachelor „ebenso selten wie die Arbeitslosigkeit“, sagte Oetker. Praktika werden von der Wirtschaft aber durchaus gern gesehen, vor allem wenn sie vor Beginn eines Studiums absolviert werden. Die Unternehmen bevorzugen ein ganzes Jahr Berufserfahrung oder eine abgeschlossene Lehre. Nach dem Studium können Absolventen bei potenziellen Arbeitgebern mit einem Auslandspraktikum punkten.

Bei den Einstiegsgehältern liegt die Spanne von 25 000 Euro pro Jahr für Absolventen der Geistes- und Kulturwissenschaften bis 38 000 Euro für die Ingenieure, die den Bachelor an den Fachhochschulen erworben haben. Nur bei den kleinen Unternehmen seien die Chancen für den Bachelor nicht so gut, sagte Oetker. Nur 25 Prozent stellen Bachelorabsolventen ein. Bei den mittelständischen Unternehmen sind es schon 37 Prozent und bei den großen 69 Prozent.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft hänge nicht nur von Spitzenakademikern ab, sondern von der Qualität eines breit aufgestellten Mittelbaus. Und hier würden die Bachelorabsolventen besonders gebraucht. Der von über 60 Prozent der Studierenden erstrebte Master sei nur notwendig, wenn man in die Forschung gehen oder langfristig Führungspositionen in der Wirtschaft einnehmen wolle.

Bislang funktioniere der Übergang gut, sagte Schavan. Wie ein breiteres Masterstudium finanziert werden könne, werde voraussichtlich in einer dritten Stufe des Hochschulpakts bis 2020 geregelt. Eine Befragung von 9000 Studierenden geht davon aus, dass an den Unis 68 bis 87 Prozent der Studierenden den Master anstreben. An den Fachhochschulen sind es 44 bis 65 Prozent. Die Juso-Hochschulgruppen kritisierten die positive Bewertung der HIS-Studie. Die Zahlen sprächen eine andere Sprache, so habe nur die Hälfte der erwerbstätigen Bachelorabsolventen in den Kulturwissenschaften eine Vollzeitstelle. Uwe Schlicht

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