Wissen : Bayern schafft Zusatzgebühr an Unis ab

Bayern will die Verwaltungsgebühren für Studierende, die diese bisher zusätzlich zu den Studiengebühren zahlen mussten, abschaffen. Darauf einigten sich FDP und CSU bei ihren Koalitionsverhandlungen. Ein entsprechender Passus findet sich auch im Koalitionsvertrag. Die Verwaltungsgebühren betragen derzeit 50 Euro im Semester pro Student. Zusätzlich müssen Studierende in Bayern seit einem Jahr bis zu 500 Euro Studiengebühren im Semester zahlen.

Ein Sprecher der Technischen Universität München sagte auf Anfrage, die Abschaffung der Verwaltungsgebühr werde „ausdrücklich begrüßt“. Diese Gelder seien an das Ministerium und nicht an die Uni geflossen. „Für die Studierenden gab es da also keinen Gegenwert.“ Ähnlich äußerte sich auch eine Sprecherin der LMU München.

Verwirrung gab es dagegen gestern um einen Beschluss, mit dem laut FDP auch die Bestimmungen für die Studiengebühren gelockert werden sollten. Im Koalitionsvertrag haben sich die Parteien festgelegt, dass Familien mit mehreren Kindern nur für ein Kind Gebühren zahlen müssen, wenn mehrere Geschwister gleichzeitig an einer bayerischen Hochschule eingeschrieben sind.

Aus den Unis hieß es gestern aber, das würde allein Familien mit zwei Kindern entlasten. Das zweite Kind würde nach der neuen Regelung erst dann zahlen, wenn das erste seinen Abschluss gemacht hat. Familien mit drei oder mehr Kindern würde der Beschluss allerdings benachteiligen. Denn bisher können laut bayerischem Hochschulgesetz aus diesen Familien alle Kinder von den Gebühren befreit werden. Jetzt müsste eines zahlen. Ob dieser Widerspruch gewollt ist, war gestern bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht in Erfahrung zu bringen. tiw

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