Wissen : Bei Makaken entscheidet die Mehrheit

Auch Affen kennen eine Art Demokratie. Bei den indonesischen Tonkeamakaken (Macaca tonkeana) gibt die Mehrheit die Richtung vor, in die sich die Gruppe bewegt. Alter, Geschlecht oder Rang scheinen dabei keine Rolle zu spielen, wie französische Forscher berichten.

Offenbar herrscht bei den Tonkeamakaken echte Gleichberechtigung, folgern Cédric Sueur und Odile Petit von französischen Forschungsorganisation CNRS und von der Universität Straßburg. Ein evolutionärer Vorzug dieser Methode der Entscheidungsfindung könnte sein, dass sie die Erfahrung und Bedürfnisse aller Gruppenmitglieder berücksichtige.

Sueur und Petit beobachteten Makaken auf der Insel Sulawesi. Die Affen lebten in zwei Gruppen, eine mit zehn und eine mit 22 Tieren. Ihre Unternehmungen wurden häufig von einem Individuum eingeleitet, das sich einige Schritte von der Gruppe entfernte, dabei immer wieder zurückschaute und wartete, dass sich auch der Rest des Trupps in Bewegung setzte, berichten die Forscher im Fachblatt „Behavioural Processes“ (Band 78, Seite 84).

Gab es mehrere Initiatoren, kam es zu einer Art Abstimmung. Der Zusammenhalt in der Gruppe ist so stark, dass sich schließlich alle „Andersdenkenden“ der größten Fraktion anschlossen. JKM

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