Berliner Hochschulen : Muss die HU 40 Professuren streichen?

Der Elite-Wettbewerb könnten einige Professuren teurer werden. Senator Zöllner weist aber Befürchtungen zurück, es könne zu Stellenstreichungen kommen.

Müssen an der Humboldt-Universität bald 40 Professuren gestrichen werden? Diese Sorge äußerten Mitglieder des Akademischen Senats der HU bei einer Sondersitzung im Mai, bei der über die Pläne der Hochschulleitung im Exzellenzwettbewerb diskutiert wurde. Denn sollte die HU im Oktober Eliteuni werden, will sie mit dem Geld einige besonders gut ausgestattete Forschungsprofessuren finanzieren. Laufen die Elitemittel von Bund und Ländern aber nach fünf Jahren aus, müsste die Uni diese teuren Stellen aus ihrem herkömmlichen Haushalt weiter finanzieren: indem sie andere Professuren und Fächer, die dann nicht mehr zu ihren „Profilbereichen“ gehören, opfert.

„Sind die Vorwürfe berechtigt?“, wollte der Berliner Abgeordnete Sebastian Czaja (FDP) deshalb in einer Kleinen Anfrage von Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) wissen. In seiner Antwort stellt der Senator jetzt lakonisch fest: „Die Vorwürfe sind nicht berechtigt.“ Gründe für diese Auskunft nennt Zöllner nicht. Dabei ist noch völlig ungewiss, ob der Berliner Senat nach 2013 zusätzliche Mittel für die HU aufbringen wird, um die Stellen weiter zu finanzieren.

Die Befürchtungen der Uni-Angehörigen fußen unterdessen auf einer soliden Grundlage: dem Eliteantrag der HU, der auch dem Senator vorliegt. Darin heißt es, um die Nachhaltigkeit der Maßnahmen im Rahmen des Exzellenzwettbewerbs an der HU zu sichern, „müssen Streichungen im Umfang von 80 bis 100 Professuren diskutiert und im Umfang von 30 bis 40 Professuren realisiert werden“. Lege man das interne Forschungsranking der HU zugrunde, kämen etwa Stellen in den Sportwissenschaften, den Gender Studies, den Asien- und Afrikawissenschaften, der Romanistik, der Klassischen Philologien, der Skandinavistik, der Chemie und Physik infrage, formuliert die Uni-Leitung.

Ebenfalls für unbegründet hält Zöllner Kritik aus der Uni, dem Präsidenten werde im Zuge der Umsetzung ihres Zukunftskonzepts zu viel Macht zufallen. Der Senat unterstütze das Konzept der HU in vollem Umfang, schreibt Zöllner. „Er kann nicht erkennen, dass das vorgelegte Konzept auf eine einseitige Konzentration von Entscheidungsbefugnissen beim Präsidenten konzentriert ist.“ akü

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