Berliner Juraprüfung : Bestnoten bleiben bei Juristen selten

Im Jahr 2016 gab es in Berlin nur zweimal ein „Sehr gut“. Die uniinternen Prüfungen fallen aber deutlich besser aus als die Staatsprüfung - besonders an der Humboldt-Universität

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Warten auf den Vorbereitungsdienst. Berliner Rechtsreferendarinnen und -referandare müssen eine besonders lange Zeit überbrücken.
Warten auf den Vorbereitungsdienst. Berliner Rechtsreferendarinnen und -referandare müssen eine besonders lange Zeit überbrücken.Foto: Britta Pedersen/picture alliance / ZB


In Berlin haben im Jahr 919 Studierende die erste juristische Staatsprüfung bestanden. Das geht aus der Antwort Berliner Senats auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Sven Rissmann hervor. Der Anteil von Frauen lag bei 58,5 Prozent. Nur zwei Absolventen erreichten die Note „sehr gut“ (im Jahr 2014 schaffte das niemand). 6,4 Prozent bekamen die Note „gut“, 33,6 Prozent die Note „voll befriedigend“. 46 Prozent schnitten „befriedigend“ ab; 13,7 Prozent „ausreichend“.
Deutlich besser fallen jeweils die Noten in der uniinternen Schwerpunktprüfung aus, wobei aber auch deutliche Unterschiede zwischen den Unis sichtbar werden. So erreichten von den 317 Studierenden, die im Jahr 2016 an der FU bestanden, 3,3 Prozent ein „Sehr gut“. An der HU lag der Anteil unter den 341 Absolventen aber bei 14,5 Prozent. Ein „Gut“ bekamen an der FU 15,6 Prozent, an der HU 33,2 Prozent. FU-Studierende haben dafür deutlich häufiger eine Chance auf ein „Befriedigend“ als HU-Studierende: 25,6 Prozent gegenüber 12,5 Prozent. Die Note „ausreichend“ bekam an der FU ein Anteil von 15,3 Prozent, an der HU aber nur einer von 1,4 Prozent. In den Jahren 2014 und 2015 war die Tendenz ähnlich.

Die Wartezeiten fürs Referendariat sind in Berlin besonders lang

In Berlin müssen Jura-Absolventen besonders lange auf einen Platz im Referendariat warten. Wer am 1. Februar 2017 eingestellt werden wollte, musste zwischen elf bis 14 Monate warten, wenn er oder sie mindestens elf Punkte in der juristischen Prüfung hatte, wie das Kammergericht auf seiner Homepage mitteilt. Für Berliner Landeskinder mit weniger als zehn Punkten lag die Wartezeit zwischen elf und 15 Monate, für auswärtige Bewerber sogar zwischen 16 und 18 Monaten.
Die Berliner Justizverwaltung begründet die im Bundesvergleich langen Wartezeiten mit „der hohen Attraktivität des Ausbildungsstandorts Berlin“. Dass die Wartezeit seit dem Jahr 2016 weiter angestiegen ist, sei auch „eine Folge der Entscheidung des Haushaltsgesetzgebers, beginnend mit dem Jahr 2016 die Anzahl der Ausbildungsstellen im juristischen Vorbereitungsdienst zu begrenzen und im Gegenzug die Vergütung anzuheben und damit den Bundesdurchschnitt anzugleichen“. Berlin bilde aber immer noch überdurchschnittlich viele Rechtsreferendarinnen und -referendare aus.

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