Berliner Koalitionspläne : Mehr Master, keine Studiengebühren

Berlin will sich für ein Sonderprogramm für Masterstudienplätze im Rahmen des Hochschulpaktes einsetzen und die Lehrerbildung reformieren - das steht im Koalitionsvertrag von SPD und CDU. Über den umstrittenen Ressortzuschnitt im Bereich Wissenschaft findet sich nichts.

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Die Trennung von Wissenschaft und Forschung im neuen Berliner Senat löst in der Scientific community Kopfschütteln aus. Doch wer sich gespannt über den Entwurf des Koalitionsvertrages beugt, sucht vergebens nach einer Erklärung des wissenschaftspolitischen Rätsels. Der letzte Stand der Ressortzuschnitte ist dort weder abgebildet noch begründet. Zur Erinnerung: In der Verwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft sollen Hochschulen, Charité und Einstein-Stiftung verarztet werden. Das Ressort Wirtschaft, Technologie und Forschung soll die außeruniversitären Institute verwalten.

Doch im Koalitionsvertrag findet sich unter der Überschrift „Wissbegieriges Berlin: Stadt für Bildung“ die vertraute Zwischenzeile „Wissenschaft und Forschung“. Berlin will sich für ein Sonderprogramm für Masterstudienplätze im Rahmen des Hochschulpaktes einsetzen. Studiengebühren wird es auch mit der neuen Koalition nicht geben. Die Lehrerbildung soll reformiert werden, nachgedacht wird über die Einrichtung einer School of Education. Die leistungsbasierte Hochschulfinanzierung und die Novelle des Hochschulgesetzes kommen auf den Prüfstand. Geprüft wird auch, wie die Einstein-Stiftung besser organisiert werden könnte. Viel Raum nimmt das Paket ein, das der scheidende Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) mit Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) geschnürt hat. Die Fusion der Charité mit dem Max-Delbrück-Centrum wird von den Koalitionären „begrüßt und aktiv begleitet“. Drin ist auch der Zusammenhang mit der 2017 auslaufenden Exzellenzinitiative: Damit die Berliner Projekte weitergeführt werden können, entwickelt Berlin „gemeinsam mit dem Bund ein Modell“, um die Spitzenforschung nachhaltig zu fördern.

Bei der Wirtschaft dagegen ist kaum etwas zum neuen Bereich Forschung zu finden. Es geht fast ausschließlich um Themen, die schon lange von der Wirtschaftsverwaltung beackert werden: Zukunftstechnologien sollen auf Freiflächen wie dem Flughafen Tegel angesiedelt, die Unternehmen mit Forschungs- und Hochschuleinrichtungen durch neuartige „Forschungsallianzen“ stärker verzahnt werden. Damit die Gesundheitswirtschaft floriert, soll die Charité noch enger mit Vivantes kooperieren. Und das Wissenschaftsmarketing bekommt einen eigenen „Showroom“.

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