Berliner Professoren : Gut ausgestattet, mies bezahlt

Die strukturellen Bedingungen sind gut, trotzdem führt ein neues Ranking des Deutschen Hochschulverbandes Berlin auf den hinteren Plätzen. Sowohl niedrige Gehälter als auch das Status- und Dienstrecht werden moniert.

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Die Arbeitsbedingungen für Professoren in Berlin liegen im bundesweiten Vergleich im unteren Mittelfeld. In einem Ranking des Deutschen Hochschulverbandes, das die Verbandszeitschrift „Forschung und Lehre“ (9/2011) am Mittwoch veröffentlichte, punktet Berlin mit guten strukturellen Bedingungen. Mit den Kriterien Erfolge in der Exzellenzinitiative, Anzahl der Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeiter pro Professor sowie Grundmittel für die Lehre erreicht die Stadt unter 16 Ländern den vierten Rang. Vor Berlin liegen Baden-Württemberg, Bayern und das Saarland.

Der guten Platzierung im Bereich „strukturelle Bedingungen“ steht das schlechte Abschneiden bei Besoldung sowie Status- und Dienstrecht gegenüber, die in der Gesamtauswertung ein stärkeres Gewicht haben. Hier landet Berlin auf Rang 13. In der Wertung beider Bereiche liegt Berlin dann auf dem 12. Rang.

Die insgesamt besten Bedingungen finden Professoren im Saarland vor. Auf dem zweiten Rang liegt Baden-Württemberg, auf dem dritten Bayern. In der Mittelgruppe sind außer Berlin Länder wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Schlusslicht ist Brandenburg, nur wenig besser werden Schleswig-Holstein und Thüringen bewertet.

Besonders schlecht schneidet Berlin bei der Besoldung ab: Mit einem Mindestjahresbruttogehalt auf der höchsten Stufe W3 von rund 58 000 Euro liegt die Stadt auf Rang 16, vorne liegen Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils rund 66 000 Euro. Für Berlin negativ zu Buche schlägt auch die beamtenrechtliche (Alters-)Versorgung. Infolge vielfältiger Verwaltungsvorschriften würden ruhegehaltfähige Dienstzeiten und Vordienstzeiten immer wieder in wesentlich geringerem Maße anerkannt werden als dies in anderen Ländern der Fall sei, heißt es.

Doch es gibt im Berliner Dienstrecht durchaus Lichtblicke. So verfahren die hiesigen Universitäten besonders großzügig mit Forschungssemestern, und bei Neueinstellungen übernehmen die Unis die Umzugskosten. Kritik wird auch an Bayern und Baden-Württemberg geäußert – trotz ihres guten Abschneidens im Ranking. Junge Wissenschaftler würden dort unter anderem durch Erstberufungen auf Zeit und Probe sowie eine geringe Besoldung für Berufseinsteiger verunsichert.

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