• Berliner Studierende: HU-Studivertreter kürzen Unizeitung Geld - sie ist nicht links genug

Berliner Studierende : HU-Studivertreter kürzen Unizeitung Geld - sie ist nicht links genug

Der Studierendenzeitschrift der Humboldt-Universität „Unaufgefordert“ droht weiterhin das Aus. Der Herausgeber, das Studierendenparlament (Stupa), bewilligte weniger als die Hälfte des beantragten Haushaltes für 2009.

Laura Wieland

Der Zeitschrift wurde jetzt lediglich das Geld für drei Ausgaben zugesprochen, teilte die Redaktion mit. Zudem soll im kommenden Jahr eine Kommission gebildet werden, die „die Geldmittel, die Grundsätze des Zusammenwirkens zwischen Stupa und ,Unaufgefordert‘ sowie das redaktionelle Selbstverständnis und die Zusammenarbeit innerhalb der Redaktion“ regeln soll. Die Kommission soll aus vier Redakteuren, die der Bestätigung durch das Stupa bedürfen, sowie fünf Stupa-Mitgliedern und einem Vertreter des Referats für Öffentlichkeit bestehen.

Entschieden werde nach dem Mehrheitsprinzip. „Bei einer Aufteilung von vier zu sechs, kann man sich selbst ausrechnen, was das für die Unauf heißt“, sagt Gina Apitz von der Redaktionsleitung. Führe die Kommission zu einem ihrem Herausgeber genehmen Ergebnis, erhalte die Zeitschrift die noch verbleibenden Gelder. Kommen die Parteien jedoch zu keinem Konsens, seien das zunächst die letzten drei Hefte der „Unaufgefordert“ unter dem Herausgeber Stupa.

Die 1989 gegründete „Unaufgefordert“ ist eine der ältesten und renommiertesten Studentenzeitungen in Deutschland und wurde bereits zweimal als beste deutschsprachige Studentenzeitschrift ausgezeichnet – unter anderem für ihre unabhängige Berichterstattung. Die muss sie sich allerdings immer hart erkämpfen. Denn das Blatt  passt nicht in die traditionell linke Linie des Studierendenparlaments, was seit jeher zu Konflikten geführt hat.

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