Berliner Universitäten : In Berlin bleiben Plätze trotz NC frei

Trotz großen Bewerberandrangs wurden in Berlin wieder nicht alle Studienplätze in Fächern mit Numerus Clausus vergeben. Rund fünf Prozent der Plätze blieben frei.

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Die Humboldt-Universität.
Die Humboldt-Universität.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

An den Berliner Hochschulen sind im vergangenen Wintersemester trotz Bewerberandrangs wieder Studienplätze in Numerus-Clausus-Fächern frei geblieben. Insgesamt konnten 754 Plätze in NC-Fächern im Bachelor nicht besetzt werden, was rund fünf Prozent der mehr als 14 000 angebotenen Plätze in zulassungsbeschränkten Studiengängen entspricht. Das geht aus einer Antwort der Wissenschaftsverwaltung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Anja Schillhaneck hervor. Allerdings würde es in vielen Fällen auch Überbuchungen in fachlich korrespondierenden Studiengängen geben, heißt es in der Antwort: „Im Saldo ergibt sich eine volle Kapazitätsausschöpfung in den Lehreinheiten.“

Zu viele Mehrfachbewerbungen

Die Senatsverwaltung erklärt die unbesetzten Studienplätze mit den vielen Mehrfachbewerbungen der Studienanwärter, die so ihre Chancen auf einen Platz erhöhen wollen. Oft sagen Studienanfänger den Unis dann wieder ab, was es für die Hochschulen schwierig macht, das Annahmeverhalten zu prognostizieren. Eigentlich sollte ein bundesweites Bewerbungsportal das Prozedere für Studierende und Unis gleichermaßen vereinfachen. Das Portal ist jedoch noch nicht flächendeckend in Betrieb.

Der Bewerberandrang an die Berliner Hochschulen hat jedenfalls nicht nachgelassen. Tatsächlich kamen zum Wintersemester 2014/15 – auf das sich die Anfrage bezieht – im Schnitt fast zehn Bewerbungen auf einen Studienplatz. 26 282 Studierende im ersten Fachsemester starteten schließlich insgesamt in Berlin ins grundständige Studium, wobei die Zahl staatliche und private Hochschulen beinhaltet. Für die Wissenschaftsverwaltung ist das ein Zeichen für die „hohe Attraktivität der Berliner Hochschulen“. Schillhaneck hingegen kritisiert, dass die zugehörige Infrastruktur, etwa das studentische Wohnen, und die Zuschüsse an die Hochschulen nicht mit den Studierendenzahlen mitwachsen.

280 freie Plätze allein an der Humboldt-Uni

Und wo blieben nun die Studienplätze in NC-Fächern frei? Die meisten an der Humboldt-Universität, nämlich 280. Allein 136 davon fallen in die Agrarwissenschaften. Ursache war in diesem Bereich laut HU eine neue Zugangsvoraussetzung: Bewerber mussten ein im Vorfeld absolviertes Praktikum nachweisen, was viele nicht konnten. Die Regel wurde daraufhin wieder abgeschafft.

Die Freie Universität konnte 102 Studienplätze nicht besetzen, die meisten davon gehörten zu den Naturwissenschaften. An der Technischen Universität blieben 193 Plätze frei, fast alle in den Ingenieurwissenschaften. Die Beuth-Hochschule meldet 75 nicht vergebene Studienplätze, die Hochschule für Technik und Wirtschaft 81, die Hochschule für Wirtschaft und Recht 15, die Alice-Salomon-Hochschule 8.

Die Wissenschaftsverwaltung verweist darauf, dass Zulassungsbeschränkungen immer wieder überprüft werden, sollten Plätze dauerhaft frei bleiben. Wie viele Plätze in NC-Fächern im aktuellen Wintersemester unbesetzt blieben, steht insgesamt noch nicht fest. Klar ist – wie berichtet – aber bereits, dass zumindest im Lehramts-Bachelor einige Plätze nicht vergeben wurden.

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