Berliner Wissenschaft : Zöllner „bedauert die Kritik“ an Einstein-Stiftung

Berlins Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) „bedauert die Kritik, die insbesondere im Akademischen Senat der FU zum Ausdruck gekommen ist“. Das ließ der Senator am Donnerstag durch seinen Sprecher mitteilen, nachdem Wissenschaftler der Freien Universität und der Technischen Universität in Gremiensitzungen am Mittwochnachmittag die geplante „Einstein-Stiftung“ für die Spitzenforschung heftig angegriffen hatten. Die FU hatte eine Resolution beschlossen, die eine Reihe kritischer Fragen an den Senator enthält sowie die Aufforderung an ihn, „in die Arena des Diskurses zurückzukehren“. Die FU hat den Eindruck, die Politik wolle mit der Stiftung in die Autonomie der Unis eingreifen. Auch die Tatsache, dass der Kuratoriumsvorsitzende der Humboldt-Universität, Günter Stock, dem Stiftungsvorstand in seiner Funktion als Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie angehören soll, ist für die FU inakzeptabel.

Zöllners Sprecher teilte mit, der Senator sei „selbstverständlich gern bereit, in die Akademischen Senate zu kommen, um Ziele und Konstruktion der Einstein-Stiftung zu erläutern“. Auf den Vorwurf der Wissenschaftler, die Stiftung sei bürokratisch aufgebläht und begünstige Einmischungen durch die Politik, hieß es, „die besprochene schlanke Struktur“ bedeute „gegenüber jeder anderen Alternative ein Höchstmaß an wissenschaftsgeleiteten Entscheidungen“.

Ob Ernst-Ludwig Winnacker, Generalsekretär des European Research Council (ERC), tatsächlich im Aufsichtsrat der Sitzung sein werde, wollte die Senatsverwaltung nicht sagen. Es hieß nur, Winnacker habe den gesamten Planungsprozess für die Stiftung „durchgängig begleitet“. FU-Präsident Dieter Lenzen hatte Winnacker in seiner Präsentation der Stiftung am Mittwoch im Akademischen Senat als Beispiel für mögliche Wissenschaftsmanager genannt, die im Aufsichtsrat sitzen könnten. akü

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