Wissen : Berlins Grüne kritisieren Uni-Politik

Berlins Grüne sehen die in Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) gesetzten Erwartungen „erheblich enttäuscht“. Die Koalition betreibe ihre Wissenschaftspolitik vor allem „durch Abwarten“, sagte gestern die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, Anja Schillhaneck, vor Journalisten.

Die Grünen fordern vom Senat nun einen Bericht zum Stand der Bachelorreform. An Berlins Hochschulen häuften sich Beschwerden von Studierenden und Dozenten über unsinnige Prüfungsbelastungen und eine zunehmende Verschulung. Der Senat müsse im Vorfeld der anstehenden Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes deshalb der Frage nachgehen, ob die eigentlich begrüßenswerte Bologna-Reform in Berlin ihre Ziele tatsächlich erreiche.

Der Senat habe dabei etwa versäumt, die Hochschulen finanziell so auszustatten, dass sie in einer Übergangszeit die alten Studiengänge parallel zu den neuen betreiben könnten. Weil die Hochschulen sich dazu kaum in der Lage sähen, liefen die alten Studiengänge zu schnell aus. Viele Studierende müssten nun die Hochschule ohne Abschluss verlassen. Der Senat müsse klären, ob die von den Unis geplanten Übergangsregelungen ausreichend seien. Auch müsse verhindert werden, dass nur wenige Bachelor-Studierende zum Master zugelassen werden, „entweder wegen der Aufteilung der Studienkapazitäten oder wegen willkürlicher Zulassungsvoraussetzungen für den Masterabschnitt“.

Die Grünen fordern den Senat auch auf, die im März ausgelaufene Vergütungsvorschrift für Lehraufträge zu erneuern, die Lehrbeauftragten eine Mindestvergütung garantiert.

Schließlich verlangen die Grünen eine konkrete Investitionsplanung im Hochschulbau. Die Mindestausstattung aller Hochschulen dürfe den Durchschnitt der letzten zehn Jahre nicht unterschreiten. Beim Liegenschaftsmanagement müsse sichergestellt werden, dass das geplante „Mieter-Vermieter-Modell“ nicht weitere Kosten verursacht und die Gefahr einer zusätzlichen öffentlichen Verschuldung ausgeschlossen wird. akü

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