Berlins Wissenschaftssenatorin zum Exzellenzwettbewerb : "Der Sieg war verdient"

16.06.2012 00:00 Uhr
Sandra Scheeres  (42) ist Wissenschaftssenatorin in Berlin. Foto: dpa
Sandra Scheeres (42) ist Wissenschaftssenatorin in Berlin. - Foto: dpa

Berlins Wissenschaftssenatorin Scheeres äußerst sich im Interview zu den Berliner Ergebnissen im Exzellenzwettbewerb. Und erläutert, warum der Wettbewerb gut ist.

Frau Scheeres, war das Rennen für die HU und die FU knapp oder war es ein sicherer Sieg?

Es war verdient. Berlin hat gemeinsam ein super Ergebnis erreicht, auf das wir stolz sein können. Wir haben das der letzten Runde noch getoppt. Damals hatten wir eine Exzellenzuni, nun zwei. Damals hatten wir sieben Graduiertenschulen, nun sind es neun, wie beim letzten Mal haben wir vier Cluster.

Welche Rolle spielte die regionale Verteilung bei der Entscheidung?

Die regionale Verteilung ist jetzt ausgewogen. Ich halte das auch für wichtig.

Wo konnten Sie selbst in den Verhandlungen den Berliner Projekten helfen?

Die Verhandlungen sind vertraulich.

Aber Sie können sich sicher sein, dass ich mich für Berlin eingesetzt habe.

In dieser Runde des Wettbewerbs wurden erstmals auch Konzepte für die Lehre von den Exzellenzunis verlangt. Wie stark floss das in die Entscheidungen mit ein?

Die Qualität der Lehre ist eine Stärke Berlins und wurde von den wissenschaftlichen Gutachten anerkannt. Im Bewilligungsausschuss haben wir dann nicht mehr im Detail einzelne Kriterien diskutiert.

Das Modell für die Fusion von Charité und MDC war Karlsruhe. Doch Karlsruhe ist ausgeschieden. Ein schlechtes Omen für Berlin?

Nein, das hat damit überhaupt nichts zu tun.

Berlin verliert das Cluster "Languages of Emotion". Kann das Land nun mit der Einstein-Stiftung in vollem Umfang einspringen?

Zunächst: Die Anzahl der Cluster ist gleich, die der Graduiertenschulen sogar gestiegen. Welche Rolle zum Beispiel DFG oder Einstein-Stiftung für einzelne Projekte spielen können, wird man sich in Ruhe anschauen.

Im Jahr 2017 laufen die Exzellenzmittel des Bundes aus. Wie will sich Berlin dann die Fortfinanzierung von zwei Eliteunis leisten?

Das wird dann diskutiert, wenn es soweit ist. Aber im gestern verabschiedeten Haushalt ist die Wissenschaft bereits gut weggekommen.

Sie gehören in der SPD dem linken Flügel an. Halten Sie das politische Ziel der Exzellenzinitiative für richtig, in Deutschland einige wenige „Spitzenunis“ zu schaffen?

Das hat mit links und rechts nichts zu tun. Ich bin Senatorin für Berlin. Und da ist mir wichtig, welch riesiges Renommee Berlins Wissenschaft jetzt im Exzellenzwettbewerb gewonnen hat. Und an der Freien Universität kann man schon sehen, welche Sprünge eine Universität mit Exzellenzmitteln machen kann. Ich halte den Exzellenzwettbewerb für gut.

Sandra Scheeres (42) ist Wissenschaftssenatorin in Berlin. Die SPD-Politikerin hat das Amt seit einem halben Jahr inne.

Die Fragen stellte Anja Kühne.

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