Bertelsmann-Studie : Beim Lernen schneidet Berlin schwach ab

Im Süden Deutschlands lässt es sich am besten lernen, während der Norden abgehängt ist. Das ist das Resultat einer Studie, die die Bertelsmann-Stiftung jetzt veröffentlicht hat. Berlin kommt nicht gut weg - nur beim "persönlichen Lernen" liegt die Stadt vorn.

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Beim schulischen Lernen ist Berlin auf den hinteren Plätzen.
Beim schulischen Lernen ist Berlin auf den hinteren Plätzen.Foto: dpa

Der "Deutsche Lernatlas" soll den Stellenwert des lebenslangen Lernens in 412 Kreisen und Städten untersuchen. Die „Lernhauptstädte“ würden vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen liegen, heißt es. Es zeige sich ein „deutliches Süd-Nord-Gefälle“. Berlin schneidet schwach ab. Unter den Bundesländern wird Berlin Dreizehnter. Unter den 13 aufgeführten Großstädten liegt Berlin auf Platz 10. Beste Großstadt ist München vor Dresden, Stuttgart und Nürnberg. Bei den mittleren Städten liegt Erlangen vorn, unter den ländlichen Regionen die Kreise Würzburg und Main-Spessart.

Für die Untersuchung wurden 38 Kriterien herangezogen, heißt es. Dabei wurden nicht nur Schulleistungen, sondern auch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe von Einwohnern einer Kommune bewertet. In der bundesweiten Spitze liegt Berlin beim „persönlichen Lernen“, worunter die Studie die Teilnahme am kulturellen Leben (wie Theater-, Konzert-, und Museumsbesuche) sowie die Nutzung von Bibliotheken, Sportvereinen und des Internets versteht. Unter den Großstädtern surfen die Berliner am häufigsten im Internet.

Im Bereich „schulisches Lernen“ liegt Berlin auf den hinteren Plätzen. Hier wurden die bekannten Ergebnisse der Pisa-Studie und der Iglu-Grundschulstudie herangezogen sowie die Zahl der Studienplätze und Hochschulabsolventen. Der Hochschulbereich ist darunter der einzige, bei dem Berlin gut dasteht.

Beim „beruflichen Lernen“ kommt Berlin unter den Großstädten auf den letzten Rang. Für diesen Bereich wurden Faktoren ausgewertet, die die wirtschaftliche Lage einer Region widerspiegeln, wie die Zahl von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz oder die Eingliederung in den Arbeitsmarkt nach einer beruflichen Weiterbildung. Beim „sozialen Lernen“ liegt Berlin auf Rang acht, hier zählte ehrenamtliches Engagement für Kinder und Ältere, in Kirchen oder bei der Freiweilligen Feuerwehr.

Brandenburg liegt als Bundesland auf dem drittletzten Platz. Insbesondere berlinferne Kreise wie die Uckermark und Prignitz als letzte beziehungsweise viertletzte unter allen deutschen Landkreisen im ländlichen Raum schneiden schlecht ab. Am besten bewertet wird hier noch der Landkreis Potsdam-Mittelmark: im hinteren Mittelfeld. Potsdam liegt bei den kleineren und mittleren Großstädten auf dem 36. von 56 Plätzen, Cottbus auf dem drittletzten Rang.

Insgesamt zeige sich, dass das Lernumfeld auf dem Land oft besser sei als in den Städten, heißt es. Dass gute Lernumfelder nicht unbedingt von der ökonomischen Lage einer Region abhingen, zeigten Städte wie Dresden, Jena und Rosenheim sowie Landkreise wie Amberg-Sulzbach (Bayern), die trotz ungünstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen überdurchschnittlich gut abschnitten.

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