Berufungen an Unis : Jeder fünfte Professor gibt Berlin einen Korb

Für den Senat sagt es nichts über das Image Berlins aus. Doch zwanzig Prozent der Professoren, die einen Ruf an eine Berliner Universität erhalten, lehnen diesen ab.

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Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Nicolas Zimmer hervor. Die Ablehnungsquote variiert dabei an den großen Unis nur unwesentlich. Von den 353 Rufen, die die FU zwischen den Jahren 2005 und 2010 aussprach, wurden 21 Prozent abgelehnt. An der HU (insgesamt 312 Rufe) lag die Ablehnungsquote bei 18 Prozent, an der TU (222 Rufe) bei 19 Prozent. An der Charité (208 Rufe) kamen letzten Endes knapp 21 Prozent der Berufenen doch nicht. Lediglich an der Universität der Künste (56 Rufe) war die Ablehnungsquote mit 9 Prozent wesentlich geringer.

Häufigster Grund für eine Ablehnung ist laut Senat ein besseres Angebot anderer Universitäten gewesen, oft in Verbindung mit familiären Gründen. Das „hervorragende Image des Wissenschaftsstandortes Berlin und der gute Ruf der einzelnen Einrichtungen“ würden dadurch nicht beeinträchtigt, hieß es weiter in der Antwort des Senats. Die FU ist nach den Senatszahlen die Uni, die zwischen 2005 und 2010 am meisten Frauen berufen hat. 44 Prozent der ausgesprochenen Rufe gingen an Frauen. Es folgen HU (33 Prozent), UdK (30 Prozent), TU (27 Prozent) und Charité (22 Prozent). Berlinweit lag der Frauenanteil bei 31 Prozent, die Stadt ist seit langem bundesweit führend bei der Förderung von Frauen in der Professorenschaft.

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