Bevorzugte Zulassung zum Medizinstudium : Die Landarzt-Quote als bittere Pille

Was bringt Nachwuchsmediziner dazu, Landarzt zu werden? Eine Vorabquote bei der Zulassung zum Studium soll es richten, besser wären Starthilfen nach dem Studium. Ein Kommentar.

Ein Arzt und eine Medizinstudentin im Gespräch mit einer älteren Patientin in deren Wohnzimmer.
Freiwillig auf dem Land. Eine Medizinstudentin beim Praktikum in Wettin bei Halle.Foto: picture alliance / dpa

Schön und erstrebenswert ist das Leben als Landarzt vor allem in einschlägigen Fernsehserien. Mit der Realität hat das wenig zu tun. Bundesweit fehlen Ärzte in dünnbesiedelten Regionen, und der Mangel wird künftig noch größer.

Dass Bund und Länder da Abhilfe schaffen wollen, ist richtig. Eine Landarzt-Quote für Studienbewerber soll es geben: Bevorzugt erhalten die Bewerber einen Platz, die sich verpflichten, später auf dem Dorf zu praktizieren – selbst wenn ihr Abitur sonst fürs Medizinstudium nicht reichen würde. Ob das die richtige Therapie ist, kann aber bezweifelt werden.

Medizinstudienplätze ausbauen, statt sie zu quotieren

Was passiert eigentlich, wenn sich Vorlieben ändern und die Quotierten später nur widerwillig ihren Dienst auf dem Land absitzen? Besser wären Starthilfen nach dem Studium für die, die sich das Landarztleben wirklich vorstellen können.

Zudem sollte die Zahl der extrem nachgefragten Medizinstudienplätze ausgebaut werden, statt die vorhandenen zu quotieren. Dazu aber kann sich die Politik bisher nicht durchringen. Eine vertane Chance, denn erst wenn die Unis mehr Mediziner ausbilden, dürften unter denen auch mehr sein, die aufs Land wollen – freiwillig und langfristig.

Einen ausführlichen Artikel zu den Plänen für eine Landarzt-Quote im Masterplan Medizinstudium 2020 finden Sie hier.

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