Wissen : Bildung ist eine Frage der Chancen

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU):

„Es gibt klare Hinweise, dass in allen Bereichen deutsche Schülerinnen und Schüler besser geworden sind. Die Stärken liegen vor allem in den Naturwissenschaften.“ Besorgniserregend bleibe die Kopplung zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg. „Bildung ist ein Schlüssel, der nicht abhängen darf von der Herkunft.“ Zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit müsse die Bildung schon vor der Schulzeit gestärkt werden. Dazu gehörten eine gezielte Sprachförderung und mehr Durchlässigkeit zwischen den Schularten.

Ulla Burchardt, Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag (SPD): „Etwas weniger miserabel ist noch lange nicht gut. Solange Bildungsstand und Einkommen der Eltern über die Bildungsbiografie der Kinder entscheiden, wäre es fahrlässig, Entwarnung zu geben. Der Schlüssel liegt im individuellen Fördern, längeren gemeinsamen Lernen und im flächendeckenden Ausbau von Ganztagsangeboten. Für eine höhere Unterrichtsqualität muss auch die kontinuierliche Lehrerfortbildung selbstverständlich werden.“

Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag: „Auch wenn die Debatte über Schulstrukturen von vielen tabuisiert wird: Der Fehler liegt im System. Pisa zeigt erneut, dass das gegliederte deutsche Schulsystem eines der ungerechtesten ist.“

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher der Grünen in Berlin: „Die neuen Pisa-Ergebnisse zeigen, dass sieben Jahre nach dem ersten Pisa-Desaster immer noch die soziale Herkunft über den Bildungserfolg junger Menschen entscheidet. Aus der Pisa-Studie werden viel zu schleppend Konsequenzen gezogen.“

Patrick Meinhardt, bildungspolitischer Sprecher der FDP im Bundestag: „Bildung beginnt nicht erst in der Grundschule. Je mehr wir in die frühkindliche Bildung investieren, umso mehr steigen die Bildungschancen für alle.“

Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes: „Ohne den gravierenden Unterrichtsausfall gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern wäre der Leistungszuwachs sicher noch besser ausgefallen.“

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt: „Die deutschen Schülerleistungen mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaft sind besser geworden. Erstmals liegen sie im vorderen Drittel und erkennbar über dem OECD-Durchschnitt. Damit ist ein erster, wichtiger Schritt auf dem Weg in die Spitzengruppe gelungen. Dieser Erfolg der Schüler wäre ohne eine sehr engagierte Lehrerschaft nicht denkbar. Ihnen und allen, die in und für Schule Verantwortung übernehmen, gebührt Dank und Anerkennung. Nun muss alles daran gesetzt werden, auf dieser Trendwende aufzubauen und auch bei allen anderen Schülerleistungen zu echten Verbesserungen zu kommen.“

Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Weltspitze bei der doppelten Benachteiligung der jungen Migrantinnen und Migranten zu sein – das sollte den Kultusministern eigentlich die Schamröte ins Gesicht treiben.“

Ludwig Eckinger, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE): „Die Ergebnisse sind ein Beleg, dass die eingeleiteten Reformen positive Veränderungen bewirken können.“ Tsp

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