Bildung : Wie Schulen Demokratie wagen

Der Geschichtsunterricht soll im Jubiläumsjahr 2009 reformiert werden. Die jüngste deutsche Geschichte soll künftig früher thematisiert werden.

Amory Burchard

Im großen Jubiläumsjahr 2009, in dem der 60. Jahrestag des Grundgesetzes und das 20. Jubiläum des Mauerfalls gefeiert werden, soll der Geschichtsunterricht reformiert werden. In Stralsund beschlossen die Kultusminister am Freitag, dass die jüngste deutsche Geschichte einschließlich der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR-Diktatur bereits in der Sekundarstufe I thematisiert werden soll. Dabei solle den Schülern vermittelt werden, dass die Demokratie stets aufs Neue Gefahren ausgesetzt ist, erklärte die Kultusministerkonferenz (KMK). Zur Demokratieerziehung gehöre Unterricht über die Entwicklung Deutschlands zu einem sozialen Rechtsstaat und über die erfolgreiche friedliche Revolution in der DDR sowie etwa das Kennenlernen demokratischer Institutionen. Basis solle eine „demokratische Schulkultur“ sein.

Den Beschluss der KMK zur Lehrerabwerbung kritisierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Wie berichtet, hatten sich die Schulminister lediglich darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die den Lehrerbedarf für die kommenden Jahre bundesweit ermittelt. Außerdem bekannten sich die Länder zu ihrer Verantwortung, ausreichend Lehrkräfte für den eigenen Bedarf auszubilden. Die GEW vermisste eine gemeinsame Strategie gegen den Lehrermangel. Die KMK lasse „einmal mehr notwendiges gesamtstaatlich verantwortetes Handeln vermissen“, hieß es.

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