Bildungsstreik : „Bitte kein Mitleid vom Präsidenten“

Studentenvertreter der Humboldt-Universität weisen „Mitleidsbekundungen“ des HU-Präsidenten Christoph Markschies zurück.

Am Wochenende hatte Markschies Verständnis für die neuen Proteste geäußert – „sofern er sich gegen die verpatzte Bologna-Reform richtet“, wie der HU-Präsident im Info-Radio betonte. Für die verschleppte Umsetzung geplanter Verbesserungen vor allem in Bachelor-Studiengängen sei Markschies selber verantwortlich, erklärte jetzt die Studierendenvertretung Refrat.

Stärken-Schwächen-Analysen der Fachbereiche lägen seit Wochen unbearbeitet in Markschies’ Büro. Falsch liege Markschies auch, wenn er der Bildungsverwaltung die Verantwortung für die weiterhin schlechten Studienbedingungen gebe. Sie liege nun einmal zum großen Teil bei den einzelnen Universitäten und Fachhochschulen.

Kritisiert wird auch Markschies’ Verhalten am vergangenen Mittwoch, als die Uni zeitweise von Sicherheitskräften und Polizei abgeriegelt wurde. Markschies habe sich anfangs noch im Gebäude befunden und nicht auf die Bitte von Studentenvertretern reagiert, ihnen Zutritt zu ihren Räumen zu gewehren. Tatsächlich delegierte Markschies das Hausrecht an seine Mitarbeiterin, die Leiterin des Präsidialbereichs. Unterdessen haben Studierende einen „Thesenanschlag“ mit 95 Forderungen an die Bürotür von Markschies, der Professor für evangelische Theologie ist, genagelt. Unter anderem wird Markschies aufgefordert zurückzutreten. -ry

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