Bildungsstreik : Studierende wollen wieder demonstrieren

Der Bildungsstreik vom Sommer soll ab der nächsten Woche mit Aktionen in mehreren deutschen Städten fortgesetzt werden. Das kündigten die Initiatoren der Bildungsstreik-Bündnisses am Dienstag in Berlin an.

Tilmann Warnecke
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»Besetzt«. Studierende blockieren seit Tagen das Audimax in Potsdam.Foto: dpa

Der Bildungsstreik vom Sommer soll ab der nächsten Woche mit Aktionen in mehreren Städten fortgesetzt werden. Das kündigten Initiatoren des Bildungsstreik- Bündnisses am Dienstag in Berlin an. So wollten Studierende und Schüler am kommenden Dienstag einen bundesweiten „Streiktag“ organisieren. Zwischen dem 30. November und dem 6. Dezember soll es eine „Aktionswoche“ in zahlreichen Städten geben. Die Forderungen vom Sommer seien nicht umgesetzt worden, sagte Michael Dunker vom Bildungsstreik-Bündnis, der in Münster studiert.

Zwar hätten die Proteste vom Sommer den Studierenden „viele Sympathiebekenntnisse“ eingebracht. Damals waren nach Angaben der Initiatoren bundesweit 270 000 Studierende und Schüler auf die Straße gegangen. Doch von den Versprechen unter anderem der Kultusministerkonferenz (KMK), dass die Bachelor- und Masterstudiengänge überarbeitet werden sollten, sei noch nichts umgesetzt. Noch immer seien die Lernbedingungen katastrophal und die Stundenpläne überfrachtet. Die KMK müsse verbindlich überprüfen, ob die Hochschulen die Zahl der Prüfungen verringern und die Anwesenheitspflicht für Seminare abschaffen, forderte Dunker. Auch müsse es einen Masterstudienplatz für jeden Studierenden geben. Am 10. Dezember wollen die Studierenden während der KMK-Sitzung in Bonn demonstrieren.

Die Besetzungen von Hörsälen werden unterdessen fortgesetzt. So blockieren weiterhin Studierende das Audimax der Uni Potsdam. Ein Vermittlungsgespräch zwischen Wissenschaftsministerium, Hochschule und Studierenden am Dienstagnachmittag sei unbefriedigend verlaufen, hieß es aus der Unileitung. Die Positionen der Besetzer hätten sich verhärtet, sie ließen sich nicht dazu bewegen, das dringend benötigte Audimax zu verlassen. Auch an zehn anderen Hochschulen, darunter an den Unis Münster und Tübingen, sind Hörsäle besetzt.

Am Mittwoch wollen Studierende an der Freien Universität und an der Humboldt-Universität in Vollversammlungen über Aktionen beraten. Die Vollversammlung an der FU beginnt um 12 Uhr (Silberlaube, Hörsaal 1A), an der HU treffen sich die Studierenden um 16 Uhr im Audimax.

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