Biografisches Weihnachtsrätsel 2008 : 1. Ein Violinist, der Schülern Harmonie lehrte

Sein lustigstes Werk trägt den Titel „Ouvertüre zum,Fliegenden Holländer' wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um sieben am Brunnen spielt“. In seinen jungen Jahren schrieb der Gesuchte so manches geistreich-ironische Stückchen. Berühmt und berüchtigt aber wurde er durch seine Werke im strengen Tonsatz, die ihn in eine musikgeschichtliche Linie mit dem großen Johann Sebastian Bach stellen. In der Beherrschung der technischen Mittel war auch er über alle Zweifel erhaben: Wie ein Baumeister hat er das Gerüst seiner Kompositionen nach den Gesetzen der Harmonik konstruiert. Kein Wunder, dass er eine Vorliebe für abstrakte Geistesarbeit zeigte, die Kunst der Variation ebenso pflegte wie altehrwürdige kontrapunktische Formen à la Passacaglia oder Fuge. Dennoch lieferte er keine rückwärtsgewandte Musik, sondern einen bedeutenden Beitrag zum Sound seiner Zeit. Seine berühmteste Oper ist einem Maler des Mittelalters gewidmet. Ein weiteres Musiktheaterwerk stellt den Astronomen Johannes Kepler vor und dessen Theorien zur Harmonie der Welt. So hart und modern, kühn und kühl vieles bei ihm klingt, so mochte er doch auch in späteren Jahren die Grenzen der Tonalität nicht überschreiten. Als er 1963 starb, wirkte er der jungen, wilden Komponistengeneration der Nachkriegszeit stilistisch fast genau so weit entrückt wie der Thomas-Kantor selber.

Die anderen Biografien:

2. Ein Mann, der immer den richtigen Ton traf
3. Ein Maler, der der Natur den Rücken kehrte
4. Ein Mann, der einer Stadt das Gesicht gab
5. Eine sagenhaft schöne Frau und Freundin
6. Eine Frau, die sich zuwendete
7. Ein Mann, der kein Ende finden konnte
8. Ein Mann, der mit Ideen spielte wie mit Bällen
9. Eine Frau, die sich ein Leben lang sehnte
10. Die Liebhaberin der Frauen


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